Werder auf Rang 3 – und nun im Spagat zwischen Jäger und Gejagtem

Werder-Coach Werner zum 4:3 in Paderborn: "War ein vogelwildes Spiel"

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Durch den 4:3-Sieg in Paderborn liegen die Bremer auf dem Relegationsrang. Sie müssen nun nicht nur nach vorne attackieren, sondern auch in den Rückspiegel schauen.

Mehr Spektakel als am Samstag bei Werders 4:3-Sieg in Paderborn ist in einem Fußballspiel kaum möglich. Entsprechend ging es nach der Partie vor allem darum, was in den 90 Minuten zuvor alles auf dem Platz passiert war. Ein wenig unter ging dabei fast der Blick auf die Tabelle. Dabei ist dieser aus Werder-Sicht ziemlich erfreulich, denn erstmals liegen die Bremer auf dem 3. Platz und somit auf dem Relegationsrang. So gut waren sie in dieser Saison noch nie.

HSV-Spieler bejubeln den Sieg im Derby gegen St. Pauli
Derbysieger: Der Hamburger SV hat am Freitag den FC St. Pauli besiegt. Bild: Imago | Michael Schwarz

Möglich macht es der kleine Patzer des 1. FC Heidenheim, der bei Hansa Rostock nur 0:0 spielte. Dadurch rutschten die Heidenheimer vom 3. auf den 6. Platz ab, weil am Samstag nicht nur Werder, sondern auch Schalke 04 (5:0 bei Erzgebirge Aue) sein Spiel gewann. Am Freitagabend bereits drehte der HSV im Hamburger Stadtderby die Partie und schlug St. Pauli mit 2:1. Auch der 1. FC Nürnberg machte seine Hausaufgaben und holte beim 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf drei Punkte. "Es bleibt dort oben kuschelig", sagte Werder-Coach Ole Werner nach der Partie in Paderborn im ARD-Interview.

Tabelle am 20. Spieltag, Stand: 23. Januar 2022, 15:30 Uhr

PlatzKlubSpieleTorverhältnisPunkte
1.Darmstadt 982045:2239
2.FC St. Pauli2040:2737
3.Werder Bremen2039:2835
4.Schalke 042040:2434
5.Hamburger SV2034:2034
6.1. FC Heidenheim2025:2534
7.1. FC Nürnberg2029:2333
8.Jahn Regensburg2039:3031

Werner kennt die Unwägbarkeiten

Werner ist sich sicher, dass es bis zuletzt oben in der Tabelle eng bleiben werde. Deswegen sei sein Team gut beraten, einfach weiterhin so gut zu arbeiten. Der Samstag in Paderborn zeige schließlich, wie sehr die Partien manchmal auch an Kleinigkeiten und Zufällen hängen würden. Der Blick auf die Tabelle würde sich erst fünf oder sechs Spieltage vor Schluss lohnen. Dann, so Werner, ergäben sich auch gewisse Dynamiken.

Ole Werner tröstet Hauke Wahl nach der verlorenen Relegation gegen den 1. FC Köln.
Trost für seine Spieler: Mit Holstein Kiel verlor Ole Werner in der vergangenen Saison in der Relegation gegen den 1. FC Köln. Bild: Imago | Mis

Der Werder-Coach weiß, wovon er spricht. Er hat all das in der vergangenen Saison bereits mit Holstein Kiel erlebt. Gleich mehrfach mussten die Kieler in der Rückrunde aufgrund von Corona-Fällen die Quarantäne antreten. Deshalb stand für sie am Ende ein echtes Mammutprogramm an. Acht Spiele mussten sie seinerzeit innerhalb von 23 Tagen durchziehen. Ein Pensum, dem sie am Ende Tribut zollten. Zwei Spieltage vor Schluss hatten die Kieler bereits vier Punkte Vorsprung auf den 3. Platz, ehe sie durch zwei Niederlagen an den letzten beiden Spieltagen noch auf diesen abrutschten. Die Relegation gegen den 1. FC Köln ging dann daneben und der Traum vom Aufstieg platzte.

Direkte Aufstiegsplätze im Visier

Für Werder ergibt sich daraus nun ein Spagat. Das Rennen um den Aufstieg ist knallhart und auch der HSV oder die Schalker wollen unbedingt zurück in die Bundesliga. Die Wochen zuvor waren die Bremer die Jäger, jetzt sind sie sowohl Jäger als auch Gejagte. Sie müssen die Attacken von hinten abwehren, haben aber selbst auch St. Pauli und Darmstadt im Visier. Allein dies ist bereits ein riesiger Erfolg. Als Werner bei Werder begann, lagen die St. Paulianer noch zwölf und die Darmstädter neun Punkte vor den Grün-Weißen.

Wie wichtig es wäre, mindestens noch einen von beiden bis zum Saisonende zu überholen und sich den ersten oder zweiten Platz zu sichern, weiß Werner durch die vergangene Saison, denn das Duell in der Relegation ist meistens ein ungleiches. Seitdem diese 2009 wieder eingeführt wurde, setzte sich in zehn von 13 Fällen der Erstligist durch.

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 22. Januar 2022, 18 Uhr