4:3 nach 1:3: Werders Moralmonster sind unter Werner nicht zu bremsen

Werder-Coach Werner zum 4:3 in Paderborn: "War ein vogelwildes Spiel"

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

In Paderborn lief in den ersten 57 Minuten fast alles gegen die Bremer, doch klein kriegen ließ Werder sich davon nicht. Am Ende gab es auch für Kapitän Ömer Toprak ein Happy End.

Als Felix Platte in der 57. Minute den zu weit vor seinem Tor stehenden Werder-Keeper Jiri Pavlenka mt einem Schuss aus 40 Metern aufs Kreuz legte, schien es für Werder erstmals unter Coach Ole Werner in die falsche Richtung zu laufen. Das Spiel war ein offener Schlagabtausch, aber die Paderborner hatten an diesem Tag bisher ständig das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Der wiederholte Foulelfmeter zum 1:0, der zurückgenommene Treffer von Marvin Ducksch in der 22. Minute, das Traumtor von Florent Muslija zum 2:1 und nun dieser Geniestreich von Platte – einfach alles lief für die Ostwestfalen.

Doch unterkriegen ließen die Bremer sich davon nicht. Sie bewiesen Moral, kämpften unverdrossen weiter und wurden dafür belohnt. "Ich bin super glücklich, das war ein Wahsinnsspiel", sagte Kapitän Ömer Toprak nach der Partie im ARD-Interview. Am Ende ging Werder als Sieger vom Platz. Auch weil das Team nach Plattes Treffer endlich mal das Spielglück auf seiner Seite hatte. Nur zwei Minuten später verkürzte Romano Schmid mit einem Schuss von der Strafraumkante zum 2:3.

Wichtig war, dass wir dann schnell das 2:3 schießen. Wenn das Spiel sich bei zwei Toren Vorsprung beruhigt, wären wohl auch eher Räume für Paderborn entstanden. Durch den zügigen Anschluss hatten wir wieder einen Fuß in der Tür. Dann haben wir auch daran geglaubt.

Ole Werner im ARD-Interview

Topraks "Eiertor" sorgt für drei wichtige Punkte

Wenig später hatte Werder nicht nur den Fuß in der Tür, sondern stand wieder mittendrin. Niclas Füllkug drosch den Ball aus knapp 20 Metern unten links in die Ecke. Und jetzt hatten die Bremer sich anscheinend auch das Glück verdient. Viele knappe Entscheidungen von Schiedsrichter Tobias Welz fielen zuvor nicht zugunsten von Werder aus. Als erneut Platte mit einem Traumtor aus knapp 22 Metern zum vermeintlichen 4:3 für die Paderborner traf, half aber der Videobeweis. Da Platte einige Sekunden zuvor Toprak klar gefoult hatte, zählte der Treffer nicht. Doch auch für Werder gab es nochmal einen Nackenschlag. Nicht nur Plattes Traumtor wurde annulliert, sondern auch ein weiteres Tor von Ducksch. Dieser zirkelte den Ball ebenfalls herrlich rechts oben in den Giebel, aber Niclas Füllkrug stand bei der Vorbereitung erneut im Abseits.

Für hängende Köpfe sorgte auch das nicht. Stattdessen gab es das perfekte Happy End für Topraks Achterbahnfahrt. Dieser war zunächst noch der Unglücksrabe, weil er vor dem 0:1 den Foulelfmeter verschuldete. In der 86. Minute erzielte er dann nach einem Eckball das so wichtige 4:3. Mit dem Knie, sagte Toprak nach dem Spiel, sei er wohl am Ball gewesen. Den Treffer selbst bezeichnete er als "Eiertor". Doch ein solches zählt genauso viel wie die vielen Traumtore zuvor.

Es waren teilweise wunderschöne Tore, aber es war auch viel Kampf und viel Moral. Wir haben immer wieder dagegengehalten und weitergemacht.

Werder-Kapitän Ömer Toprak im ARD-Interview

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Twitter anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Mehr zum Thema:

Autor

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau. 22. Januar 2022, 18 Uhr