Kommentar

"Unvertretbares Risiko" – Werder kann nicht mit Kohfeldt weitermachen

Natürlich ist auch ein neuer Trainer keine Garantie dafür, dass alles besser wird, sagt Sportreporter Heiko Neugebauer. Trotzdem müsse Werder diesen Schritt jetzt gehen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt verlässt mit etwas verunsichertem Blick den Trainingsplatz.
Nach sieben Niederlagen in Folge steht die Zukunft von Werder-Trainer Florian Kohfeldt auf der Kippe. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Situation bei Werder erinnert ein wenig an eine Autofahrt, auf einer langen dunklen Straße bergab. Man ist sich nicht ganz sicher, ob man ankommt, denn der Motor macht schon länger so komische Geräusche, am Armaturenbrett leuchtet auch schon die eine oder andere rote Lampe – und der Reifen vorne hat auch nicht mehr genug Luft.

Dann taucht irgendwo am Horizont eine schwach beleuchtete Tankstelle auf und man könnte den Wagen dort kurz noch mal durchchecken lassen. Das eine oder andere neu justieren oder anders einstellen. Einen Ölwechsel vornehmen – irgendwas machen jedenfalls, um das Ankommen, und das Ziel der Fahrt nicht zu gefährden.

Slapstick-Einlagen und Blackouts bei Werder

Den Trainer bei Werder jetzt nicht zu wechseln, wäre in etwa so, als entscheide man sich schließlich dafür, an der Tankstelle einfach vorbeizufahren, im Vertrauen darauf, dass die Karre schon irgendwie durchhalten wird. Bisher sind wir doch immer angekommen, auch wenn es manchmal recht knapp war, mit dem letzten Tropfen Benzin sozusagen.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Hier will niemand Florian Kohfeldt mit einem alten Auto vergleichen. Auch nicht Frank Baumann oder die Spieler oder sonst wen. Sondern es sind die gesamten Umstände: Sieben Niederlagen in Folge, jede Woche neue Slapstick-Einlagen auf dem Platz, die genauso zu Gegentoren führen wie die sich ständig wiederholenden Blackouts der Mannschaft. Einfach so weiterzufahren, ist spätestens nach dem Spiel bei Union Berlin ein unvertretbares Risiko.

Natürlich ist auch ein neuer Trainer keine Garantie dafür, dass nun alles besser wird. Trotzdem muss Werder diesen Schritt jetzt gehen. Denn anderenfalls wird der Weg, den das Werder-Auto noch zu fahren hat, immer dunkler und die Gefahr besteht, dass er sehr lange nicht mehr bergauf führen wird.

Werder-Sportchef Baumann: "Können nichts ausschließen"

Video vom 25. April 2021
Frank Baumann spricht über den Abstiegskampf und die Zukunft von Florian Kohfeldt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

 

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Autor

  • Heiko Neugebauer Moderator

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Sonntagnachmittag, 25. April 2021, 17:20 Uhr