Werders Fußball-Frauen und das verflixte 2. Jahr

Video vom 27. Juli 2021
Werders Fußball-Frauen stehen um ihren Trainer Thomas Horsch im Kreis.
Bild: Imago | foto2press
Bild: Imago | foto2press

Im Gegensatz zu den Werder-Herren laufen die Bremerinnen auch in der kommenden Saison in der Bundesliga auf. Dort wollen sich die Grün-Weißen nun endlich etablieren.

Während das Herren-Team den bitteren Gang in die 2. Liga antreten musste, bereiten sich Werders Fußball-Frauen auf eine weitere Saison in der Bundesliga vor. Eine Situation, die auch bei den Fans der Bremerinnen für Ambitionen sorgt.

Man kriegt häufiger zu hören: "Hey, die Männer sind abgestiegen, könnt ihr jetzt nicht im Weser-Stadion spielen?" Man hat aber nicht das Gefühl, als würde das viel ausmachen. Bei den Männern ist es eben doch viel, viel professioneller. 

Werder-Spielerin Michelle Ulbrich im Gespräch mit dem Sportblitz

Werder ist eine Fahrstuhlmannschaft

Werder-Spielerin Michelle Ulbrich hält nach einer Mitspielerin Ausschau.
Gehört zu den Werder-Urgesteinen: Abwehrspielerin Michelle Ulbrich. Bild: Imago | foto2press

Auch wenn es noch nicht zu Heimspielen im Weser-Stadion reicht, ist das Saisonziel der Werder-Frauen klar: Das Team will den Nicht-Abstieg frühzeitig sicherstellen und sich nach und nach im Fußball-Oberhaus etablieren. Allerdings geht es für die Grün-Weißen in das berühmt-berüchtigte verflixte zweite Jahr. Und bisher waren die Werder-Frauen eine richtige Fahrstuhlmannschaft: Mehr als zwei Jahre am Stück konnten sie sich bisher nie in der 1. Liga halten.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg war in der abgelaufenen Spielzeit der neue Trainer Thomas Horsch. Der 52-Jährige hatte die Mannschaft erst fünf Spieltage vor Schluss übernommen und zum Klassenerhalt geführt. Als ehemaliger Co-Trainer von Werder-Coach Florian Kohfeldt bringt Horsch viel Profi-Erfahrung mit. Nun geht er in seine erste volle Saison mit den Werder-Frauen, die seiner Ansicht nach aus der vergangenen Saison viel Positives mitnehme. "Die Mannschaft hat gelernt, mentalen Stress auszuhalten und sich mit allem, was sie hat, dagegen zu stemmen", sagte Horsch im Gespräch mit dem Sportblitz.

Verstärkung aus Potsdam

Weiterhin zählen kann Horsch auf Michelle Ulbrich. Die Abwehrspielerin ist ein echtes Werder-Urgestein: Schon seit zehn Jahren spielt Ullbrich, die alle Auf- und Abstiege zwischen der 1. und 2. Liga miterlebt hat, für die Grün-Weißen. Seit ihren Werder-Anfängen habe sich viel verändert, sagt die 24-Jährige: "Ich finde, dass man im Verein schon merkt, dass der Frauen-Fußball immer professioneller wird. Was das angeht, haben wir hier einen dauerhaften Aufstieg."

Werder-Neuzugang Rieke Dieckmann dribbelt mit dem Ball.
Wechselte aus Potsdam zu Werder: Neuzugang Rieke Dieckmann. Bild: Imago | foto2press

Um das Saisonziel zu erreichen, wurden insgesamt sechs Neuzugänge geholt, die jede Menge Bundesliga-Erfahrung mitbringen. So wechselte mit Rieke Dieckmann eine Mittfeldspielerin vom Spitzenklub Turbine Potsdam nach Bremen. Die 24-Jährige will der Mannschaft mit ihrer Erfahrung weiterhelfen. "Ich habe selbst in den letzten Jahren gemerkt, dass ich mit zunehmenden Alter viel, viel ruhiger geworden bin", so Dieckmann. "Ich hoffe, dass ich das auch in unsere Mannschaft, die einen Mix aus jung und alt hat, reingeben kann." 

Bei Werder tobt der Konkurrenzkampf

Mit der Ankunft der neuen Spielerinnen ist zugleich auch der Konkurrenzkampf bei den Bremerinnen ausgebrochen. "Wir haben die Qualität in der Breite verstärkt. Wer sich am Ende durchsetzt, ist für mich eine spannende Geschichte. Die ersten Tage laufen ganz gut an", so Trainer Horsch.

Wer also auch in Zukunft Erstliga-Fußball bei Werder sehen will, muss einen andere Weg als die vergangenen Jahre gehen. Statt ins Weserstadion führt er zum Platz 11 – denn hier tragen die Werder-Frauen ihre Heimspiele aus.

Ex-Werder-Spielerin Marie-Louise Eta wird Trainerin beim DFB

Video vom 27. Juni 2021
Die ehemalige Spielerin und Trainerin von Werder Bremens Frauen-Fußballmannschaft Marie-Louise Eta bei einem Interview auf dem Trainingsplatz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Carl Brose
  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. Juli 2021, 18:06 Uhr