Friedl will bei Werder mehr Verantwortung übernehmen – als Kapitän?

Marco Friedl gestikuliert mit dem Finger.

"Feels like home" – Friedl verlängert seinen Vertrag bei Werder

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Marco Friedl hat seinen Vertrag verlängert, obwohl er sich im vergangenen Jahr noch wegstreiken wollte. Nun will er bei den Bremern ein Führungsspieler werden.

Knapp zehn Monate ist es her, dass Marco Friedl bei den Werder-Fans unten durch war. Kurz vor dem Ende der Wechselperiode wollte der Österreicher sich wegstreiken, um einen Wechsel zu Union durchzudrücken. Deshalb blieb er damals dem Heimspiel gegen Hansa Rostock fern. Seitdem hat sich einiges gewandelt. An einen Abgang denkt Friedl, zumindest aktuell, nicht mehr. Stattdessen hat er nun seinen Vertrag bei den Bremern verlängert.

"Für mich war wichtig", erzählte der Innenverteidiger am Sonntag, "dass ich der Mannschaft und den Fans zeige, dass das so nicht in Ordnung war." Friedl trat damals den Gang nach Canossa an. Mit Erfolg, denn seine damalige Aktion ist bei den Anhängern längst kein Thema mehr. Sie freuen sich darüber, dass der 24-Jährige ihnen erhalten bleibt.

Tritt Friedl die Nachfolge von Toprak an?

Bei Werder startete Friedl einst als Linksverteidiger, der von seinen Gegenspielern manchmal übel vorgeführt wurde. Einen Hehl machte er jedoch nie daraus, dass er sich in der Innenverteidigung wohler fühlt. Dort ist der Linksfuß mittlerweile nicht mehr wegzudenken. An der Weser will er sich nun weiterentwickeln, Führungsspieler werden und "noch mehr Verantwortung" übernehmen. Vakant ist nach dem Abgang von Ömer Toprak auch das Amt des Kapitäns. Auch auf dieses wurde Friedl am Sonntag angesprochen.

Das wird die Mannschaft entscheiden, wer der Kapitän ist. Da haben wir noch ein bisschen Zeit. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich Kapitän werde, aber das ist mir wirklich relativ egal.

Marco Friedl im Interview.
Marco Friedl nach dem 2:1 im Testspiel gegen den Karlsruher SC

Mit dem Aufstieg und der Verlängerung des Vertrags durfte Friedl sich zuletzt gleich mehrfach freuen. "Ich bin froh, dass es so gelaufen ist und wir wieder da sind, wo wir hingehören", sagte der fünfmalige Nationalspieler mit Blick auf den Aufstieg. Bei der Wahl zum Kapitän besitzt er wohl eher Außenseiterchancen. Bestätigt er seine Leistungen der Saison, wird er aber auch in der Bundesliga bei den Bremern eine wichtige Rolle spielen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. Juli 2022, 17 Uhr