Neues Zeitalter, alte Ziele: Werder-Frauen wollen sich etablieren

Audio vom 29. August 2021
Werders Fußball-Frauen feiern einen Treffer im Testspiel gegen Wolfsburg.
Bild: Imago | foto2press
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Auf die Bremerinnen wartet das traditionell schwierige zweite Bundesliga-Jahr. Zum Auftakt bekommen es die Grün-Weißen gleich mit den beiden Liga-Schwergewichten zu tun.

Mehr TV-Präsenz, mehr Fernsehzuschauer, mehr Aufmerksamkeit – Werders Fußballerinnen starten am Wochenende eine Bundesliga-Saison, die den deutschen Frauenfußball auf die nächste Stufe heben soll. Bei den Bremerinnen sorgt die erhöhte Sichtbarkeit für Freude. "Wir haben die ganzen Jahre danach gestrebt", sagt Werder-Kapitänin Lina Hausicke im Gespräch mit buten un binnen. "Jetzt zu sehen, dass wirklich so viel passiert, ist total positiv."

Werder hofft auf frühen Klassenerhalt

Der Vorsitzende des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen, Siegfried Dietrich, sprach sogar davon, dass mit der neuen Spielzeit ein "neues Zeitalter" anbricht. Der Grund dafür: In der Saison, die am Freitagabend (19:15 Uhr) mit dem Baden-Duell zwischen der TSG Hoffenheim und dem SC Freiburg beginnt, überträgt der Streamingdienst "Magenta Sport" alle Spiele live. Der TV-Sender "Eurosport" strahlt zudem pro Spieltag eine Partie im Free-TV aus. Ein Samstagsspiel soll ebenso regelmäßig in der ARD-Sportschau zu sehen sein, die ARD besitzt dazu noch das Recht auf eine Livepartie pro Spieltag und Highlight-Berichte. "Ich erhoffe mir viel davon", betont Hausicke.

Nach dem Nicht-Abstieg im Vorjahr geht die 23-Jährige mit den Grün-Weißen in die zweite Bundesliga-Saison in Folge. Zweimal in Serie über dem Strich zu bleiben, das ist den Bremerinnen noch nicht gelungen – zumindest bislang. "Wir sind auf einem guten Weg, in der Liga Fuß zu fassen", so Hausicke. Wohin die Reise im in der Regel eher schwierigen zweiten Jahr gehen soll, ist daher klar.

Das übergeordnete Ziel ist ganz der Klassenerhalt. In der letzten Saison wurde es hinten heraus eng, in diesem Jahr wollen wir das früher eintüten.

Werder-Kapitänin Lina Hausicke im Gespräch mit buten un binnen

Werder hat den Kader in der Breite verstärkt

Werder-Kapitänin Lina Hausicke spielt einen Pass.
Werder-Kapitänin Lina Hausicke läuft seit 2017 für die Grün-Weißen auf. Bild: Imago | foto2press

Um das Saisonziel zu erreichen, hat Werder personell aufgerüstet. "Wir mussten uns qualitativ verstärken und das ist uns gut gelungen", betont Hausicke. Zwar haben gleich sieben Spielerinnen den Klub verlassen. Doch ebenso viele neue Kräfte haben sich dem Verein angeschlossen, darunter mehrere Akteurinnen mit Bundesliga-Erfahrung, wie etwa Ex-Jugendnationalspielerin Rieke Dieckmann. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Kader also vor allem in der Breite stärker geworden.

Allerdings ging das Team von Trainer Thomas Horsch in der Vorbereitung für die neue Spielzeit in sieben Partien nur zweimal als Sieger vom Platz. Einmal spielten sie Unentschieden, viermal verloren sie, teils sogar gegen unterklassigere Gegner. Hausicke will dem Blick aufs Papier aber nicht zu viel Bedeutung beimessen. "Man sollte die Ergebnisse nicht überbewerten. Wir können schon zufrieden sein", so die Werder-Kapitänin.

Werder-Frauen erwartet schwieriges Auftaktprogramm

Jedoch hat es der Spielplan alles andere als gut mit den Bremerinnen gemeint: Gleich zum Saisonauftakt bekommen es die Grün-Weißen am Sonntag (16 Uhr) auswärts mit Meister Bayern München zu tun. In der Woche darauf (Samstag, 4. September) kommt der VfL Wolfsburg nach Bremen. Werder hat somit direkt die beiden Liga-Schwergewichte vor der Brust. Geschlagen geben wollen sich die Grün-Weißen aber noch nicht, im Gegenteil.

Natürlich wissen wir, wer uns da gegenübersteht. Wir haben aber alle die Mentalität etabliert, ans Limit zu gehen – und das wollen wir schon früh in der Saison zeigen.

Werder-Kapitänin Lina Hausicke im Gespräch mit buten un binnen

So bereiten sich die Werder Frauen auf den Bundesliga-Auftakt vor

Video vom 27. Juli 2021
Werder-Torhüterin Anneke Borbe spielt im Training einen Pass.
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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremem Vier läuft, 29. August 2021, 12:45 Uhr