Kommentar

Die Werder-Familie braucht einen unabhängigen Aufsichtsrat

Video vom 24. August 2021
Frank Baumann und Jörg Wontorra unterhalten sich am Rande einer Werder-Veranstaltung in einer Indoor-Fußballhalle.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Kandidaten für den Aufsichtsrat: Wirtschaftsfachleute. Sportkompetenz: Fehlanzeige. Unser Reporter Jan-Dirk Bruns findet vor allem Unabhängigkeit am Wichtigsten.

Werders Wahlausschuss – sagt uns sein Vorsitzender Peter Eilers – hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und sieben Kandidaten nominiert. Er soll laut Satzung unabhängig sein.

Hätte er nicht seine Mitglieder entscheiden lassen können, ob sie einen Kritiker wie Jörg Wontorra oder einen Fußball-Fachmann wie Benno Möhlmann haben wollen?

Familie ist wichtig, auch die Werder-Familie, aber sie ist eben nicht nur Segen, sondern manchmal auch Fluch. Ich meine: Werder braucht unabhängige Entscheidungsträger – und zwar in allen Gremien.

Ein Aufsichtsrat muss kritisieren und kontrollieren

Wer auch immer in den neuen Aufsichtsrat gewählt werden wird: Jeder einzelne von ihnen muss unabhängig in seiner Entscheidung und gegenüber anderen sein. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

Der Aufsichtsrat muss die Geschäftsführung kritisieren und kontrollieren – er muss sie bestellen und zur Not auch entlassen. Gute Freunde aber kann niemand trennen. Werders Entwicklung ist dramatisch, sportlich und wirtschaftlich.

Wer hat da etwas nicht kommen sehen oder nicht wahrhaben wollen? An Kompetenz hat es dem alten Aufsichtsrat auch nicht gemangelt. Aber, so glaube ich, an Unabhängigkeit. Die braucht der neue Aufsichtsrat – jeder einzelne.

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Autor

  • Jan-Dirk Bruns Redakteur und und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 24. August 2021, 18:06 Uhr