Von wegen Pause: Für Werders Tischtennis-Asse geht der Stress weiter

Audio vom 18. September 2021
Werders Tischtennis-Profi Mattias Falck wischt sich bei der Auszeit im Gespräch mit Trainer Cristian Tamas frustriert mit dem Handtuch durchs Gesicht.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Erst das Hammerprogramm in der Bundesliga, nun geht es nahtlos international weiter. Vizeweltmeister Mattias Falck ist am Wochenende beim "Europe Top 16" der Gejagte.

Eigentlich hatte Werders Tischtennis-Coach Cristian Tamas den vergangenen Sonntag herbeigesehnt: Sechs Bundesliga-Spiele in drei Wochen hatte sein Team mit letzter Kraft durchgestanden, sie alle hatten mit Verletzungen und Problemen zu kämpfen.

Nach dem anstrengenden und knappen 3:2-Sieg über Bad Homburg fiel die Anspannung erst einmal ab von den Grün-Weißen und die vierwöchige Bundesliga-Pause sollte den Bremern wieder Luft verschaffen – doch für die Spieler dreht sich das Hamsterrad nun auf internationaler Bühne nahtlos weiter.

Es ist gut, dass die Jungs spielen, dass sie Matchpraxis bekommen. Deshalb ist es okay. Aber Mattias hat gar keine Pause.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Sportblitz

Erstes großes Kräftemessen seit Tokio

Der Weltranglistenneunte und Vizeweltmeister Mattias Falck ist in den kommenden vier Wochen nonstop gefordert. Am Wochenende steht in Thessaloniki beim "Europe Top 16"-Turnier der besten Spieler Europas das erste große Kräftemessen seit den Olympischen Spielen an.

Das frühe Aus in Tokio war für den 30 Jahre alten Schweden eine tiefe Enttäuschung, Falck hatte sich eine Medaille erhofft. Nun kann er den Frust beim Prestigeturnier abschütteln, Falck ist an Position eins gesetzt und damit der Gejagte.

Man will bei diesen großen Turnieren natürlich gut abschneiden, aber ich habe das Gefühl, dass die besten europäischen Spieler im Moment sehr eng beieinander liegen. Es wird sehr schwer, die Gegner sind alle sehr stark.

Werder-Profi Mattias Falck im Sportblitz

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Ovtcharov nicht dabei

Dass Deutschlands Bester und der Olympia-Dritte Dimitri Ovtcharov verletzungsbedingt nicht dabei ist, macht die Aufgabe dennoch nicht viel leichter für Falck: "Man hat am Samstag zwei Spiele und am Sonntag zwei Spiele, wenn es gut läuft. Das ist hart." Oder man ist direkt draußen im K.o.-System, das kann schnell passieren unter den besten des Kontinents.

Nach der Bronzemedaille bei der EM im Sommer würde ihm ein gutes Ergebnis am Wochenende Auftrieb geben, seit Wochen plagt sich der 1,88 Meter große Hüne mit einer Entzündung im Knie herum. Eine Woche später steht dann mit der schwedischen Mannschaft die nächste Wiedergutmachung für Tokio an: Die Team-EM in Rumänien. Bei Olympia kam für die starken Schweden schon im Viertelfinale gegen Japan das Aus. Nun soll es besser laufen.

Werder-Team komplett auf Reisen

Falcks Teamkollegen bei Werder Bremen sind ebenfalls im Turnier- und Reisestress: Kirill Gerassimenko tritt bei den Kasachstan Open und den Asien-Meisterschaften an, Marcello Aguirre spielt das WTT-Turnier in Katar und Hunor Szöcs spielt auch bei der Team-EM.

Vor dem 8. Oktober müssen sie alle wieder in Bremen sein, da steht der nächste Doppelspieltag in der Bundesliga an. Ausgeruht werden sie nicht sein, aber mit ein paar Erfolgserlebnissen im Gepäck, so hofft es Trainer Tamas: "Denn die Saison bleibt hart, es gibt in diesem Jahr keine einfachen Spiele in der Bundesliga."

Werders Tischtennis-Team aus Trainer Tamas, Falck, Szöcs, Gerassimenko und Aguirre steht mit Masken nebeneinander und applaudieren dem Gegner bei der Vorstellung.
Werders Bundesliga-Team (von links): Trainer Cristian Tamas, Mattias Falck, Hunor Szöcs, Kirill Gerassimenko, Marcello Aguirre. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 17. September 2021, 23:30 Uhr