Sixdays – Das sind die schönsten Erinnerungen der vergangenen Jahre

Dieses Jahr muss das traditionelle Bremer Sechs-Tage-Rennen wegen Corona ausfallen. Wir schauen gemeinsam auf die letzten 56 Sixdays zurück.

Fahrer in der Steilkurve bei den Sixdays Bremen
Dass in diesem Jahr kein Sechstage-Rennen stattfinden kann, ist umso mehr Grund sich an die alten Rennen zurück zu erinnern – und sich auf die kommenden zu freuen. Bild: Soller Fotografie | Oliver Soller

Menschenmengen, dicht an dicht und zwischen ihnen Radprofis, die in Rekordgeschwindigkeit auf ihren Rennrädern die steile Bahn bewältigen — das sind die Sixdays. Dieses Jahr muss das traditionelle Sechs-Tage-Rennen wegen Corona ausfallen. Hier deshalb zum Trost ein Rückblick auf die Highlights der letzten Jahre.

1 Der legendäre Startschuss

Der Startschuss des Rennens ist ein Höhepunkt der Sixdays, auch weil er meistens von bekannten Persönlichkeiten abgegeben wird. Von David Hasselhof bis zu den Klitschko Brüdern waren die verschiedensten Prominenten vertreten.

2 Die zweiten Sixdays in Bremen

Die ersten Sixdays in Bremen fanden schon 1910 statt. Die damaligen Sieger hießen Willy Arend und Eugen Stabe.

Erst nach 55 Jahren ging es dann in die zweite Runde.

Gewonnen haben damals der Belgier Rik van Steenbergen und der Däne Palle Lykke nach 145 Stunden und 2.399 Bahnkilometern auf dem Fahrrad. Die deutschen Rudi Altig und Rolf Roggendorf schafften es vorerst auf Platz zwei. Den ersten Platz erfuhr sich Altig dann direkt im Jahr danach,1966 gemeinsam mit Dieter Kemper.

Damals noch in schwarz-weiß, aber trotzdem mit guter Stimmung:

Randnotizen 6-Tage-Rennen (1965)

Video vom 10. Januar 1965
Sechstagerennen in der Bremer Stadthalle, 1965
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

3 Rudi Altig — Ein besonderer Radfahrer

Letztendlich gewann Altig die Sixdays gleich drei Mal: 1966, 1968 und 1971. Da das Publikum zusammen mit den Radfahrern langes Durchhaltevermögen beweisen musste, ließ er sich immer wieder kleine Aktionen einfallen, um das Publikum bei Laune zu halten. Matthias Höllings, ehemaliger Pressesprecher der ÖVB-Arena, fällt dabei vor allem eine Geschichte des Radrennprofis ein: "1971 holte er in einer der heißen Nächte eine auf den oberen Rängen in ausgelassener Stimmung tanzende Wirtin eigenhändig auf die Bahn." Damaligen Presseberichten zufolge habe er sich wie ein "verliebter Gockel" aufgeführt.

4 Sixdays auch maßgeblich beim Bau der Stadthalle

Höllings erzählt im Gespräch über die Sixdays, dass das Rennen auch beim Bau der Stadthalle Bremen maßgeblich eine Rolle gespielt hat: "Beim Bau der Stadthalle war die Veranstaltung des 6-Tage-Rennens entscheidend, da der Innenraum so bemessen wurde, dass die relativ kurze Bahn mit einer Länge von 166,66m aufgebaut werden konnte."

5 Radsport zum Anfassen: Ritterhuder Fan-Familie seit 25 Jahren bei den Sixdays

Bei den Sixdays werden außergewöhnliche sportliche Leistungen vollbracht. Mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit ziehen die Radsportler am Publikum vorbei. Wenn ein Fahrer zum Ende eines Rennens noch mal in den Sprint geht, erhöht sich seine Durchschnittsgeschwindigkeit von 55 km/h für einige Sekunden nochmal auf bis zu über 70. Damit sind sie kurzzeitig doppelt so schnell wie Usain Bolt.

Eine vierköpfige Familie, die auf der Fahrbahn der SixDays steht und lächelt.
Karl-Heinz Lucht aus Ritterhude kommt seit 25 Jahren zu den Bremer Sixdays. Bild: Radio Bremen

Dass die Sixdays also vor allem auch ein außerordentliches Sportevent sind, weiß die Familie von Karl-Heinz Lucht aus Ritterhude. Der begeisterte Sixdays-Zuschauer kommt mittlerweile seit 25 Jahren zu den Bremer Sixdays – nur für den Sport. Auch seine Kinder hat er von Anfang an mitgenommen und sie sind bis heute mit dabei. Die ganze Familie hat sich vom Bahnrennfieber des Papas anstecken lassen.

Dass in diesem Jahr kein Rennen stattfinden wird, ist ein Grund, sich umso mehr auf das nächste Jahr zu freuen. Und wenn Sie bis dahin nochmal ihr Sixdays-Wissen auffrischen wollen, dann lohnt sich ein Blick auf unsere gesammelten Fakten zu Sport und Regeln:

Autoren

  • Birte Hirsch
  • Rena Lossau Studentische/r Redakteurin
  • Marie Roters

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 10. Januar 2021, 19:30 Uhr