Klaus Allofs wird 65: "Bremen hat einfach zu mir gepasst"

Wolfsburg-Manager Klaus Allofs lächelnd vor dem Spiel gegen Werder im Interview neben Trainer Thomas Schaaf.
Bild: Imago | Eibner

Europa-, Vize-Weltmeister und viele Titel mehr als Spieler und Manager hat er gesammelt. Nie als Lautsprecher, aber immer selbstbewusst. Besonders war die Werder-Zeit.

Gefeiert wird der 65. Geburtstag am Sonntag natürlich, aber im kleinen Kreis. Als Feierbiest ist Klaus Allofs eigentlich auch nicht bekannt. "Ich brauche nicht unbedingt Geburtstag, um etwas Besonderes zu machen. Wir werden irgendwo zum Essen sein. Ganz unspektakulär."

Spektakulär war dagegen sein bisheriges Fußball-Leben: Sein Markenzeichen ist der Erfolg. Allofs hat in seiner außergewöhnlichen Karriere wenige Rückschläge erlitten, ob als Fußballprofi oder Funktionär, selbst im Galopprennsport hat der Pferdeliebhaber und -besitzer bemerkenswerte Siege gefeiert.

Es geht doch darum, dass man es möglichst schafft, das zu tun, was einem auch Spaß macht. Das habe ich im Leben fast immer hinbekommen.

Düsseldorf-Vorstand Klaus Allofs

Weiter in den Top Ten der Bundesliga-Torjäger

Mit der Rückkehr in seine Heimatstadt und dem Engagement im Vorstand von Fortuna Düsseldorf hat der Europameister und EM-Torschützenkönig von 1980 nach einer kleinen Auszeit wieder den Alltag im Fußball gesucht – von Renten-Dasein keine Spur. "Man könnte jetzt sagen, mit der Rückkehr schließt sich der Kreis. Aber ich hoffe, dass der Kreis noch nicht geschlossen ist", sagte Allofs.

Als Spieler wie als Manager hat der 56-malige Nationalspieler fast alle möglichen Titel gesammelt. Meister, Pokalsieger, auch in Frankreich, Europapokalsieger, Europameister und Vize-Weltmeister ist er geworden, zweimal Bundesliga-Torschützenkönig. Mit 177 Treffern steht er wohl noch lange Zeit unter den Top-Ten-Torjägern der Bundesliga-Geschichte.

Für mich ist es das schöne, dass ich eine Vielzahl von Erfolgen auch nach meiner aktiven Karriere feiern konnte, und das ist noch nicht so lange her. Insgesamt ist es ein großes Glück, den Fußball und seine Entwicklung über eine so lange Zeit aktiv mitzuerleben und mitzugestalten.

Düsseldorf-Vorstand Klaus Allofs

"Bremen stand nicht auf meiner Wunschliste"

Willi Lemke liegt nach der Meisterschaft 1993 in der Kabine auf dem Schoß von Dietmar Beiersdorfer, Manfred Bockenfeld und Klaus Allofs.
Schon wieder ein Titel: Nach 1988 gewann Werder 1993 mit Manager Willi Lemke (links) erneut die Meisterschaft. In der Kabine wurde mit Klaus Allofs (rechts) ordentlich gefeiert. Bild: Imago | Sven Simon

Angefangen hat alles mit "tollen Jahren" in Düsseldorf, später auch in Köln, doch sein großes Ding war Werder Bremen, wo er seine aktive Karriere äußerst erfolgreichen beendete und im zweiten Anlauf mit Trainer Thomas Schaaf eine Ära mit spektakulären Titelgewinnen prägen konnte.

Bremen stand eigentlich nicht auf meiner Wunschliste, das muss ich ehrlich sagen. Als ich nach meinen Stationen in Marseille und Bordeaux den Anruf von Otto Rehhagel bekam, da musste ich schon überlegen. Dann hat sich der Wechsel nach Bremen schon zu Spielerzeiten und später noch vielmehr als Funktionär als wahrer Glücksfall erwiesen.

Klaus Allofs im Gespräch mit Bremen Eins

Nicht nur beruflich, sondern insgesamt war es für Allofs "eine super Zeit", wie er sich gerne erinnert: "Die Stadt Bremen und die Menschen in Bremen – das passte zu mir und zu unserer ganzen Familie. Unsere Kinder haben sich dort immer sehr wohl gefühlt."

"Außergewöhnlich, was wir bei Werder geschaffen haben"

Mesut Özil bei seiner Präsentation bei Werder neben Schaaf und Allofs und mit seinem Trikot mit der Nummer 11.
Einer der Spieler, die bei Werder Bremen zu Stars wurden: Klaus Allofs (rechts) holte Mesut Özil an die Weser. Bild: Imago | Fishing 4

Das Wohlfühlen führte vor allem auf dem Rasen zum Erfolg unter Rehhagel: "Das, was wir in dieser Zeit bei Werder Bremen geschaffen haben, ist außergewöhnlich. Mit Otto Rehhagel in drei Jahren drei Titel zu gewinnen, den Pokal, den Europapokal und dann die Meisterschaft, das ist besonders", weiß Allofs zu schätzen.

Später kehrte er als Manager zu Werder zurück, auch die Verbindung mit Trainer Thomas Schaaf erwies sich für Allofs als Glücksfall.

Ich denke, dass wir den Menschen in Bremen eine Menge Freude gemacht haben. Und das ist es, was man sich eigentlich wünscht.

Klaus Allofs im Gespräch mit Bremen Eins

Wenn was fehlt zum Karriere-Glück, dann vielleicht der WM-Titel, an dem er 1990 als fast 34-Jähriger aufgrund einer Verletzung nicht mehr beteiligt war. Und als Trainer, der er eigentlich auch werden wollte, hat er nach einem kurzen Intermezzo bei Fortuna Düsseldorf mit anschließender Beurlaubung nicht mehr weitergearbeitet. Auch weil sich die Möglichkeit bot, bei Werder die Funktionärslaufbahn einzuschlagen. Nun wünscht sich Allofs zum 65. vor allem eines: "Das, was wir in diesen Zeiten besonders brauchen: Gesundheit."

Klaus Allofs vor dem Düsseldorf-Spiel über Werders "Extremsituation"

Bild: Imago | Laci Perenyi

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 5. Dezember 2021, 14:38 Uhr