Erstliga-Aufstieg ja oder nein? Bremerhavener Eisbären schwanken noch

Die Bremerhavener wollen über die ProA-Playoffs in die Basketball-Bundesliga aufsteigen. Allerdings ist noch unklar, ob die Eisbären die erste Liga auch finanziell stemmen können.

Playoffs im Blick, Generalprobe verpatzt: Zum Abschluss der ProA-Hauptrunde haben die Eisbären Bremerhaven am Sonntag einen ordentlichen Dämpfer kassiert. Die 66:93-Heimpleite gegen die Academics Heidelberg fiel nach zuletzt acht Siegen in Serie so überraschend wie deutlich aus. Entsprechend bedient war Eisbären-Trainer Michael Mai nach der blamablen Darbietung seines Teams.

Es ist hart, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man es sich vorgestellt hat. Die Antwort auf diese Leistung müssen allein die Spieler in sich selbst finden.

Eisbären-Trainer Michael Mai im Gespräch mit dem Sportblitz

Gerade im Hinblick auf die kommenden Playoff-Duelle wäre ein ordentlicher Abschluss der Hauptrunde wichtig gewesen. Anstatt mit einem Erfolgserlebnis gehen die Bremerhavener nun mit einem ordentlichen Gemütsdämpfer in die ausstehenden sechs Partien, die über den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga entscheiden. "Das tut schon sehr weh, gerade weil wir in den letzten Wochen eigentlich sehr gut drauf waren", betonte Eisbären-Spieler Max Urgai. Dennoch stellte der 25-Jährige klar: "Von unserem Ziel, dem Aufstieg, rücken wir nicht ab."

Playoff-Auftakt gegen Heidelberg

Nils Ruttmann sitzt am Schreibtisch und schaut in die Kamera.
Werkelt am Aufstieg der Eisbären: Geschäftsführer Nils Ruttmann. Bild: Radio Bremen

Damit das Vorhaben der Bremerhavener gelingt, braucht es auf sportlicher Ebene neben einer Leistungssteigerung den ersten Platz in ihrer Playoff-Gruppe. Aufstiegs-Konkurrenten der Eisbären sind die Panthers Schwenningen, die Kirchheim Knights und ebenjene Academics Heidelberg. Gegen jedes Team bestreiten die Bremerhavener ein Hin- und Rückspiel, der Auftakt steigt am Samstag (19 Uhr) in eigener Halle gegen Heidelberg. Allerdings stellt sich weiterhin die Frage, ob der Verein abseits der sportlichen Qualifikation den Aufstieg auch in finanzieller Hinsicht schaffen kann. "Grundsätzlich habe ich ein sehr positives Gefühl, weil die Partner, die mit uns den Weg durch die Krise gegangen sind, weiter mit uns mitgehen", sagte Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann.

Am Donnerstag herrscht Klarheit

Im Vorjahr hatte der Klub noch auf den Aufstieg verzichtet, da er kein positives Eigenkapital vorweisen konnte. Hierfür ist ein Etat von mindestens 2,5 Millionen Euro nötig. Eine Summe, welche die Eisbären aktuell ebenfalls nicht vorlegen können. Was das für die Bremerhavener Ambitionen zur Folge hat, ist noch unklar. Ruttmann jedenfalls möchte noch keine Entscheidung bekanntgeben. "Sollte ein Aufstieg wirtschaftlich machbar sein, gehen wir mit Freude hoch", erklärte der Eisbären-Geschäftsführer. "Wenn es aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht machbar ist, arbeiten wir unsere langfristigen Pläne so weit ab, bis es soweit ist."

Noch vor dem Playoff-Start wird aber zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht ein wenig mehr Klarheit in der Aufstiegs-Frage herrschen. Denn bereits am Donnerstag müssen die Lizenzanträge für die Basketball-Bundesliga abgegeben werden. Dann steht also fest, ob die Eisbären sich die Erste Liga zumindest theoretisch werden leisten können.

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Autoren

  • Janna Betten Redakteurin und Autorin
  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 11. April 2021, 19:30 Uhr