Mitgliederschwund wegen Corona? Eisbären Bremerhaven trotzen dem Trend

Viele Sportvereine klagen über Mitgliederaustritte. Beim Basketball-Zweitligisten ist das Gegenteil der Fall: Dem Klub schließen sich immer mehr junge Spieler an.

Eisbären-Nachwuchsspieler Mitja Kruhl setzt zum Korbwurf an.
369 Jung-Basketballer gehen bei den Eisbären Bremerhaven auf Korbjagd. Einer von ihnen ist Mitja Kruhl (blaues Trikot). Bild: Imago | Fotostand

Die Corona-Pandemie hat den Amateur-Sport weiterhin fest im Griff. Hallen und Sportstätten sind geschlossen, der Spiel- und Trainingsbetrieb im Amateursport ist seit Monaten eingestellt. Je länger der Lockdown andauert, desto größer sind die Nöte der Vereine. Viele Klubs klagen, dass ihnen immer mehr Mitglieder den Rücken kehren, darunter auch viele Kinder. Manche treibt sogar die Angst um, eine ganze Generation von jungen Sportlern aufgrund der Pandemie zu verlieren. Bei den Eisbären Bremerhaven hat man solche Sorgen nicht. Im Gegenteil: Die Nachwuchs-Abteilung des Basketball-Zweitligisten wächst.

Die meisten Mitglieder blieben dem Verein treu

Inzwischen gehen 369 Spieler im Jugendbereich des Vereins auf Korbjagd. Das sind rund 40 mehr als noch im Vorjahr, dem ersten in Zeiten der Corona-Pandemie. Bei den Eisbären freut man sich natürlich über den stetigen Nachwuchs – und vor allem, dass ihnen die meisten ihrer jungen Mitglieder die Treue hielten. "Wir haben das große Glück, dass es nur vereinzelt zu coronabedingten Kündigungen gekommen ist", sagt Nils Ruttmann, Geschäftsführer der Eisbären Bremerhaven, auf Nachfrage von buten un binnen.

Dass uns nur so wenige Mitglieder den Rücken gekehrt haben, darüber können wir sehr dankbar sein. Das ist nichts Selbstverständliches.

Nils Ruttmann, Geschäftsführer der Eisbären Bremerhaven

Um die jungen Spieler bei Laune zu halten und zugleich neue Nachwuchs-Akteure zu gewinnen, haben die Bremerhavener viele ihrer Angebote in den virtuellen Raum verlagert. Auf digitalen Kanälen halten die Teammitglieder nun Kontakt zueinander oder sie messen sich in Challenges, etwa beim Zielwurf mit Socken statt Basketbällen und Kochtöpfen statt einem Ring mit Netz. "Wir sehen uns in der Pflicht, unsere Angebote auch digital nutzbar zu machen", so Ruttmann. Weiterhin kooperieren die Eisbären mit mehreren Bildungseinrichtungen, sodass auch im Lockdown gemeinsames Sporttreiben mit den Mannschaftskollegen möglich ist.

Viele andere Basketball-Klubs schwerer betroffen

Andere Basketball-Vereine habe die Pandemie wesentlich schwerer getroffen, erzählt Ruttmann. "Die Wahrnehmung ist schon die, dass es im Querschnitt der Basketball-Landschaft zu einem Mitgliederschwund gekommen ist." Unklar ist, wie es nach der Pandemie weitergeht: Kehren die verlorengegangen Mitglieder zu ihren Vereinen zurück? Gibt es vielleicht sogar einen Boom? Oder haben sich die Menschen an die Situation gewöhnt? "Das weiß keiner", betont Ruttmann. Der Eisbären-Geschäftsführer ist aber guter Dinge, dass sein Klub sich auch in Zukunft weiterhin über Nachwuchs freuen darf.

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Tag, 15. Februar 2021, 23:30 Uhr