Hattrick als Genickbrecher: Werder taumelt Richtung Abgrund

Ganz bitterer Nachmittag für die Bremer bei Union Berlin – das 1:3 besiegelte die siebte Niederlage in Folge. Der Abstand zu den Abstiegsrängen ist dahin geschmolzen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt hält sich frustriert die Hand vors Gesicht.
Die Einsamkeit des Trainers nach der Niederlage: Werder-Coach Florian Kohfeldt musste am Samstag die siebte Schlappe in Folge einstecken. Bild: Imago | Matthias Koch

Oh weh, Werder Bremen. Nach dem 1:3 (0:0) durch den Turbo-Hattrick von Joel Pohjanpalo für den 1. FC Union Berlin hat sich die Lage der total ängstlichen Hanseaten mit nun sieben Niederlagen in Serie in der Bundesliga massiv verschärft.

Nur noch ein Punkt trennt die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt vom aufstrebenden 1. FC Köln auf dem Relegationsrang. Platz 14 mit 30 Punkten kann im Saison-Schlussspurt ein gefährlicher Trugschluss sein, denn Arminia Bielefeld (30 Punkte) als 15. und Hertha BSC (26) auf dem 17. Platz haben ein und drei Spiele weniger absolviert.

3 Treffer in 17 Minuten

Unions Joel Pohjanpalo schiebt den Ball an Verteidiger Ludwig Augustinsson und Keeper Jiri Pavlenka vorbei ins Tor.
So einfach geht das: Unions Joel Pohjanpalo (rechts) hat auch beim zweiten von drei Treffern keine Probleme mit Werders Abwehr. Bild: Reuters | Annegret Hilse

Der Dreierpack von Joel Pohjanpalo (50./53./67. Minute) innerhalb von 17 Minuten traf die Bremer am Samstag hart. Auch der späte Treffer von Theodor Gebre Selassie (82.) änderte daran nicht. Das Halbfinale im DFB-Pokal am kommenden Freitag gegen RB Leipzig wirkt wie eine unnötige Ablenkung im sportlichen Überlebenskampf. Für Union geht der Blick hingegen weiter Richtung Europa. Zumindest bis zum Sonntag ist man Siebter – der Platz könnte für die Conference League reichen.

Die Bremer Sorgen spiegelte sich schon vor dem Anpfiff in ihren Worten wieder. "Wir wissen, dass wir in einer schwierigen Situation sind, aber wir können diese meistern", versprach Sportchef Frank Baumann – das klang nach den jüngsten Misserfolgen schon arg nach Durchhalteparole. Die Mannschaft blieb jeden Beweis dafür schuldig.

Union brauchte den Kruse-Faktor nicht

Unions Joel Pohjanpalo düpiert mit seinem Torschuss Werder-Keeper Jiri Pavlenka.
Unions Joel Pohjanpalo ist am Samstag von Werder einfach nicht zu stoppen. Bild: Imago | Nordphoto

Trainer Kohfeldt schaute dem Gegner tief in die Augen. "Dass er müde aussieht", befand der Werder-Coach über seinen Ex-Spieler Max Kruse bei Sky. Und er möge sich doch heute ein wenig zurückhalten. Der Union-Star hielt sich – ungewollt – an diese Bitte. Tatsächlich wirkte der 33-Jährige zum Ende der englischen Woche ziemlich schlapp. Nach einer Halbzeit war für Kruse Schluss.

Seinen Kollegen fehlte erkennbar nicht der Wille, aber lange die Spritzigkeit. Die eiserne Energie war trotz vier Wechseln in der Startformation erstmal nicht spürbar. Robert Andrich (16.) versuchte es mit einem doppelten Kracher im Strafraum, schoss dabei aber nur zwei bemitleidenswerten Bremern in die Bäuche.

Gebre Selassie Anschluss kommt zu spät

Christian Groß und Maximilian Eggestein mit hängenden Köpfen nach der Niederlage gegen Union Berlin.
Enttäuschung pur bei Werders Christian Groß und Co.: Nur noch ein Punkt trennt die Bremer vom Relegationsplatz. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Auch Werder fand offensiv praktisch nicht statt. Milot Rashica (22.) bot sich eine Schusschance, doch Union-Schlussmann Andreas Luthe tauchte rechtzeitig ab. Eine etwas zu kurze Kopfball-Rückgabe von Andrich erwischte Luthe (41.) noch rechtzeitig vor Rashica. Kruses Auswechslung für Petar Musa schadete Union nicht. Sturmpartner Pohjanpalo bewies eindrucksvoll seinen Torinstinkt, schob zunächst gedankenschnell nach einem Eckball aus kurzer Distanz ein.

Die Bremer Verwirrung nutzte der Finne dann gleich beim nächsten Angriff und erhöhte per Flachschuss im Laufduell mit Marco Friedl zum 2:0. Werder war nun wehrlos und konfus. Musa und Pohjanpalo (59.) hatten die große Doppelchance alles klar zu machen. Das holte der finnische Angreifer dann mit seinem dritten Tor nach. Gebre Selassies spätes 1:3 war nur ein kurzer, schnell erloschener Hoffnungsfunke.

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Ist Werder noch zu retten? "Wenn Trainerwechsel, dann jetzt"

Video vom 24. April 2021
Stephan Schiffner im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 24. April 2021, 15:30 Uhr