Finale DFL-Niederlage: Bremen darf Polizeikosten in Rechnung stellen

Am Weser-Stadion sind mehrere Polizeikräfte im Einsatz.

Finale DFL-Niederlage: Bremen darf Polizeikosten in Rechnung stellen

Bild: DPA | Eibner-Pressefoto
  • Bundesverwaltungsgericht weist DFL-Beschwerde erneut ab
  • Bremens Innensenator Ulrich Mäurer begrüßt die Entscheidung
  • Werder hadert weiter mit der Regelung

Im sogenannten Polizeikostenstreit bei Hochrisiko-Fußballspielen hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) erneut eine juristische Niederlage erlitten. Das Bundesverwaltungsgericht lehnte eine Beschwerde der DFL gegen eine Entscheidung des Oberwaltungsgerichts Bremen ab. Somit erteilte das höchste deutsche Verwaltungsgericht der DFL endgültig eine Absage. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), der im Polizeikostenstreit maßgeblich beteiligt war, begrüßte die Entscheidung.

Es ist an der Zeit, dass die DFL sich nach so vielen Jahren und der vierten juristischen Niederlage in Serie nun endlich ihrer Verantwortung stellt und einen Kurswechsel vornimmt.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD)

DFL bleibt nur der Gang vors Bundesverfassungsgericht

Der Streit begann im Jahr 2015, als Bremen der DFL einen Gebührenbescheid über 425.718,11 Euro zuschickte. Der Betrag stellte einen Teil der Kosten des Polizeieinsatzes rund um die Bundesliga-Partie zwischen Werder und dem HSV dar. Seitdem stellte das Bundesland der DFL auf Grundlage des Bremischen Gebühren- und Beitragsgesetzes immer wieder Gebührenbescheide aus.

Letztendlich bleibt der DFL nun als finale juristische Option nur noch eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Mäurer hofft, dass auch andere Länder das "Bremer Modell" umsetzen werden. "Aus den Innenressorts der Länder war in den zurückliegenden Monaten zunehmend mehr Interesse an einer gerechten Kostenverteilung geäußert worden", so Mäurer.

Wettbewerbsnachteil für Werder

Werder hingegen hadert weiterhin mit dieser Regelung. Wie Werder-Präsident und Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald am Dienstag in einer Medienrunde erklärte, habe der Klub bisher rund 800.000 an die DFL zahlen müssen. Diese kann sich jeweils 50 Prozent der gezahlten Gebühren für die Polizeieinsätze von Werder erstatten lassen. Erst am Sonntag habe er eine Zahlung von 166.000 Euro an die DFL freigeben müssen. Diese beziehe sich auf die Kosten für das Nordderby zwischen den Bremern und dem HSV am Ostersonntag 2017.

"Im Moment ist es so, dass wir objektiv einen Wettbewerbsnachteil haben", betonte Hess-Grunewald. Schließlich werde die Regelung nur in Bremen auch tatsächlich angewendet. Seines Wissens nach seien derzeit noch drei weitere Gebührenbescheide "in der Pipeline". In der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation des Klubs sei dies "alles andere als leicht".

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. Februar 2022, 16 Uhr