Diese 9 Athleten aus Bremen und umzu gehen bei Olympia an den Start

Vor einer Brücke in Tokio leuchten die olympischen Ringe.
Wegen der Corona-Pandemie finden die Olympischen Sommerspiele von Tokio mit einem Jahr Verspätung statt. Bild: Imago | GEPA Pictures

Rund 11.300 Athleten aus aller Welt nehmen an den Sommerspielen in Tokio teil. Darunter sind auch Sportler aus Bremen und der Region. Manche haben sogar Medaillenchancen.

Die Olympischen Spiele sind das Sehnsuchtsziel fast aller Sportlerinnen und Sportler. Sich auf der großen Bühne mit den Besten zu messen und um Medaillen zu ringen, ist für die meisten Athleten das unangefochtene Highlight ihrer Karriere. Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio, die am Freitag mit einem Jahr Verspätung offiziell beginnen, sind rund 11.300 Sportler aus 206 Nationen dabei. Darunter auch Teilnehmer aus Bremen und der Region. Mehr noch: Einige von ihnen haben sogar Chancen, sich Bronze, Silber oder Gold zu sicher. Wir stellen die neun Olympioniken vor, die in den kommenden zweieinhalb Wochen ihren olympischen Traum leben.

1 Florian Wellbrock (Schwimmen)

Auf dem gebürtigen Bremer Florian Wellbrock ruhen die deutschen Schwimmhoffnungen. Der 23-Jährige geht sowohl im Becken als auch im Freiwasser an den Start und gilt aus gutem Grund als potenzieller Goldmedaillen-Gewinner: Vor zwei Jahren holte Wellbrock nicht nur im Zehn-Kilometer-Rennen im Freiwasser den Titel, sondern auch im 1.500-Meter-Rennen im Becken. Die hohen Erwartungen, die an ihn gestellt werden, bringen ihn nicht aus der Ruhe. Im Gegenteil: "Ich fühle mich wohl mit der Favoritenrolle, möchte Topleistungen zeigen und mit der einen oder anderen Medaille nach Hause kommen", so Wellbrock. Für den gelernten Immobilienkaufmann sind die Wettkämpfe in Tokio bereits die zweiten Olympischen Sommerspiele: Auch 2016 in Rio nahm Wellbrock teil.

2 Paul Kohlhoff (Segeln)

Segler Paul Kohlhoff legt sich auf seinem Katamaran in den Wind.
Bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 2016 schaffte es Paul Kohlhoff (links) auf den 13. Platz. Bild: Imago | ANP

Der Regattasegler Paul Kohlhoff hat auf dem Weg nach Tokio die ein oder andere Hürde genommen. Im Jahr 2016 erlitt der gebürtige Bremer, der für den Kieler Yachtclub segelt, eine Hirnblutung. Kohlhoff kämpfte sich wieder heran und startet nun im gemischten Doppel mit Teamkollegin Alica Stuhlemmer in der aktuell schnellsten olympischen Bootsklasse, der Nacra 17. Der Berufssoldat, der bereits vor fünf Jahren in Rio sein Olympia-Debüt feierte und auf Rang 13 landete, hat große Ziele: "Wenn wir eine durchschnittliche, ordentliche Woche haben, dann sind wir auf jeden Fall im Medalrace. Wenn es sehr gut läuft, können wir auch ganz vorne mitspielen", sagte Kohlhoff vor kurzem im Gespräch mit dem NDR.

3 Sandra Auffarth (Reiten)

Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth weißt nur zu gut, wie man olympisches Edelmetall gewinnt: Bei ihren zwei bisherigen Olympia-Teilnahmen 2012 in London und vier Jahre später in Rio gewann die gebürtige Delmenhorsterin jeweils eine Bronze-, Silber- und Goldmedaille. Obwohl die 34-Jährige in Tokio mit einem neuen Pferd antritt, rechnet sie sich erneut Chancen auf eine Podestplatzierung aus. "Ich denke, das werden jetzt deutlich andere Spiele als die ersten zwei. Trotzdem ist die Bedeutung natürlich dieselbe", sagte Auffarth, die in Bergedorf bei Ganderkesee lebt, im Gespräch mit dem Sportblitz.

4 Kirill Gerassimenko (Tischtennis)

Werders Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko mit viel Energie und Körperspannung beim Vorhandschlag.
Geht seit zwei Jahren für Werder auf Punktejagd: Tischteniss-Ass Kirill Gerassimenko. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Auf Vereinsebene steht Tischtennisspieler Kirill Gerassimenko in Bremen an der Platte. Seit inzwischen zwei Jahren läuft der Kasache für Werder in der Bundesliga auf. Der 24-Jährige, der bei Werder zu den Leistungsträgern zählt, hat bereits eine Olympia-Teilnahme in seiner Vita stehen. In Rio musste sich das damalige Talent jedoch in seinem einzigen Spiel deutlich geschlagen geben und schied in der 1. Runde des Wettbewerbs aus. In Tokio kommt er erst ab der 2. Runde zum Einsatz.

5 Finn Lemke (Handball)

Erste Handball-Erfahrungen sammelte Finn Lemke bei der HSG Schwanewede-Neuenkirchen. Mittlerweile läuft der gebürtige Bremer für den Bundesligisten MT Melsungen auf, den er auch als Mannschaftskapitän aufs Parkett führt. In der Nationalmannschaft, mit der er 2016 in Rio die Bronzemedaille gewann, ist Lemke nach längerer Abwesenheit wieder gesetzt. Wenngleich die DHB-Auswahl bei der Weltmeisterschaft Anfang des Jahres nur den 12. Platz belegte, schaffte das Team von Trainer Alfred Gislasson die Qualifikation für Tokio. Dort ist – zumindest wenn es nach dem Verband geht – der Gewinn einer Medaille das Ziel für Lemke und Co.

6 Luca Plogmann (Fußball)

Zur Überraschung vieler Fußball-Experten steht Werder-Torhüter Luca Plogmann im Aufgebot des deutschen Teams, das in Tokio ins Medaillenrennen geht. Der 21-Jährige galt einst als großes Torwarttalent, befindet sich inzwischen aber bei den Grün-Weißen auf dem Absprung. Die Teilnahme sei für ihn "eine große Ehre", wie der Bremer nach seiner Nominierung sagte. "Ich werde alles dafür tun, die Wertschätzung und das Vertrauen vom DFB zurückzuzahlen, und hoffe, wir werden dort maximalen Erfolg haben." Im bereits ausgetragenen Auftaktmatch erlitten Ersatztorhüter Plogmann und Co. am Donnerstag jedoch einen Dämpfer: Nach schwacher erster Halbzeit unterlagen sie dem Topfavoriten aus Brasilien mit 2:4.

7 Thomas Plössel (Segeln)

Die Segler Erik Heil und Thomas Plößel posieren auf deinem Podest mit ihren Olympia-Silbermedaillen.
Vor fünf Jahren gewann Thomas Plößel (rechts) mit seinem Teampartner Erik Heil die olympische Silbermedaille. Bild: Imago | ANP

Der 33-jährige Thomas Plössel geht als Segler in der 49er-Klasse an den Start. Vor fünf Jahren gewann der gebürtige Oldenburger, der für den Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg segelt, zusammen mit seinem Teamkollegen Erik Heil in Rio die Bronzemedaille. Auch in Tokio rechnet sich das Duo einige Medaillenchancen aus. Die Vorzeichen stehen gut: Sowohl bei der letzten als auch der vorletzten Weltmeisterschaft landeten die Segler auf dem Treppchen. Wenn das mal kein gutes Omen ist.

8 Mattias Falck (Tischtennis)

Neben Kirill Gerassimenko ist mit Mattias Falck ein weiterer Spieler aus Werders Tischtennis-Team in Tokio vertreten. Schon in Rio war der Bremer Leistungsträger dabei, schied damals im Teamwettbewerb mit der schwedischen Mannschaft im Viertelfinale aus. Sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel hofft der 29-Jährige auf eine bessere Ausbeute als 2016 – trotz der gewohnt starken Konkurrenz durch die chinesischen Spieler. "Natürlich bin ich hier, um eine Medaille zu holen", sagte Falck im Gespräch mit buten un binnen.

9 Tim Bardenhagen (Kampfrichter im Fechten)

Der Bremer Tim Bardenhagen greift zwar nicht mehr zum Florett, nimmt aber trotzdem bei den Olympischen Sommerspielen teil: Der 32-Jährige beaufsichtigt als Kampfrichter den Fecht-Wettbewerb. Sein Heimatverein ist der Fecht-Club Bremen-Nord in Vegesack. Bis er eine Knieverletzung erlitt, stand er hier selbst auf der Matte. Als einer von elf Fecht-Juroren in Tokio dabei zu sein, sei trotz der Einschränkungen durch die Corona-Regelungen "grandios", sagte Bardenhagen im Gespräch mit dem Sportblitz.

So haben Bremer Sportlerinnen Olympia erlebt

Video vom 9. Juli 2021
Frauen in pinken Uniformen laufen durch ein Stadion.
Bild: DPA
Bild: DPA

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 22. Juli 2021, 18:06 Uhr