Bremerhavener Eisbären stellen Weichen für die Rückkehr in die 1. Liga

Eisbären Bremerhaven gründen neue Gesellschaft

Video vom 7. September 2021
Eisbären-Spieler besprechen sich auf dem Center Court.
Bild: Imago | Beautiful Sports
Bild: Imago | Beautiful Sports

Die Bremerhavener Basketballer werden durch finanzielle Verbindlichkeiten aus der Vergangenheit geplagt. Eine neue Gesellschaft soll eine sorgenfreie Zukunft garantieren.

Seit dem Abstieg 2019 spielen die Eisbären Bremerhaven nicht mehr in der BBL, sondern in der ProA. Ihr klares Ziel ist die Rückkehr in die Bundesliga, doch die finanzielle Situation macht ihnen das Leben schwer. Im Sommer 2020 verzichteten sie aufgrund der anstehenden Umstrukturierungen im Klub auf einen Aufstieg, obwohl dieser aus rein sportlicher Sicht möglich gewesen wäre. In der vergangenen Saison stellten sie keinen Lizenzantrag für die BBL, da ein möglicher Aufstieg in Anbetracht der Sparmaßnahmen aus Sicht der Eisbären nicht erfolgversprechend gewesen wäre.

Neue Perspektive durch eine neue Gesellschaft

Noch einmal soll dies nicht geschehen. Die Bremerhavener packen daher ihre Strukturen an, um die Eigenkapital-Vorgaben der BBL endlich erfüllen zu können. Diese waren bereits 2019 ein Problem. Damals wurde den Eisbären gar die Lizenz entzogen. Da sie am Ende auch sportlich abgestiegen sind, fiel dies am Ende nicht mehr ins Gewicht. Auch in der 2. Liga gefährden die Altlasten des Klubs die Lizenz. Die Verbindlichkeiten des Klubs überstiegen 2020 deutlich das Vermögen. Das negative Eigenkapital beträgt rund 500.000 Euro.

Die Probleme sollen nun mithilfe einer neuer Gesellschaft gelöst werden, denn die Verbindlichkeiten liegen bei der Eisbären Marketing GmbH, die auch die Rechte an der Liga-Lizenz, der Marke und dem Logo hält. Diese Rechte verkauft sie zum 1. Januar 2021 allerdings an die neugegründete Eisbären Basketball GmbH. Während die alte Gesellschaft durch den Erlös ihre Verbindlichkeiten bezahlen soll, ist die neue Gesellschaft schuldenfrei – und somit fit für eine bessere Zukunft der Eisbären.

Nils Ruttmann beim Interview in seinem Gespräch.
Geschäftsführer Nils Ruttmann will mit den Eisbären Bremerhaven zurück in die BBL. Bild: Radio Bremen

Für diesen Schritt hat Geschäftsführer Nils Ruttmann sich die Einwilligung von Wirtschaftsprüfern, Sponsoren, Gläubigern und allen anderen Klubs in der ProA eingeholt. Zugleich wurden bereits über 100.000 Euro zurückgezahlt. Ruttmann betont, dass der Klub sich "nachhaltig stabil aufstehen" will. "Wenn es dann eines Tages wieder die Bundesliga ist, freuen wir uns darüber."

Verkäufe müssen zu marktüblichen Preisen ablaufen

Für den Bremer Insolvenzrechtexperten Gerrit Hölzle ist dies ein durchaus übliches Prozedere. Er stellt im Gespräch mit dem Sportblitz allerdings klar, dass die Werte der einstigen Gesellschaft auch zu marktüblichen Preisen an die neue Gesellschaft veräußert werden müssen, um auch die Interessen der Gläubiger zu wahren. Daran soll es laut den Eisbären bei ihrer Neuaufstellung allerdings nicht scheitern.

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Autoren

  • Yannick Lowin Redakteur und Autor
  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. September 2021, 18:06 Uhr