Fragen & Antworten

Ende der Impfpriorisierung: Das sollten Bremerinnen und Bremer wissen

Video vom 7. Juni 2021
Eine Frau in Schutzkleidung zieht eine Impfspritze auf (Archivbild)
Bild: Imago | Zuma Wire
Bild: Imago | Zuma Wire

Die Corona-Impfreihenfolge wird bundesweit aufgehoben. Heißt das, dass sich jeder bald impfen lassen kann? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Am heutigen Montag ist es soweit: Die Corona-Impfpriorisierung soll bundesweit nicht mehr gelten. Doch was bedeutet das konkret? Und wie kommen Bremerinnen und Bremer an eine Corona-Impfung? buten un binnen hat die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema gesammelt.

Was bedeutet die Aufhebung der Impfpriorisierung?
Am 7. Juni entfällt die Priorisierung bundesweit. Die Impfreihenfolge teilte bislang die Impfwilligen in vier Gruppen auf: Die erste Gruppe umfasste die Über-80-Jährigen sowie weitere Risikokategorien, die vierte Gruppe alle unter 60 Jahren, die ein geringes Risiko eines schweren Corona-Verlaufs haben. Bis Montag sollten sich Impfzentren und Hausärzte grundsätzlich an die Reihenfolge halten. Jetzt steht eine Corona-Impfung allen offen. Zumindest im Prinzip.
Dürfen sich dann alle um einen Impftermin bemühen?
Ja, jeder ab zwölf Jahren darf sich theoretisch für die Impfung anmelden. In den Impfzentren im Land Bremen gilt aber weiterhin die Altersbeschränkung ab 18 Jahren. Eine Einladung von gesunden Kindern in die Impfzentren ist momentan noch nicht absehbar. Dazu teilt das Bremer Gesundheitsressort mit: "Im Impfzentrum werden Kinder ab zwölf Jahren erst ein Impfangebot erhalten, wenn eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorliegt."


Wer aufgrund der Priorisierung schon einen Termin erhalten hat, darf ihn wie geplant wahrnehmen. Daran ändert die Aufhebung nichts. Die Impfzentren dürfen zudem an der Priorisierung zunächst festhalten. Auch in Bremen ist dies der Fall. Die Bremer Gesundheitsbehörde vermeldet, dass in den Impfzentren alle Termine für die kommenden Wochen aktuell vergeben sind. Seit Samstag steht jedoch Impfwilligen eine Registrierungsliste zur Verfügung, die im Anschluss an die priorisierten Gruppen abgearbeitet werden soll. In Bremerhaven könnte das eventuell schon diese Woche geschehen, so das Ressort.

Auch bei den Hausärzten hängt die Anzahl der verfügbaren Termine vom Impfstoff ab, gibt der Vorsitzende des Bremer Hausärzteverbandes, Hans-Michael Mühlenfeld, zu bedenken. "Mit AstraZeneca bekommt man beim Hausarzt vielleicht zeitnah einen Termin. Bei Biontech haben wir im Moment einen Impfstoffmangel." Die Wartelisten seien bereits ziemlich lang.
Wo soll man sich anmelden?
Wie oben erwähnt, kann man sich seit Samstag auf die Liste der Impfzentren setzen lassen. Diese ist auf www.impfzentrum.bremen.de zu finden. Auch eine Impfanfrage beim eigenen Hausarzt ist möglich. "Am besten per E-Mail oder durch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter", sagt Mühlenfeld, damit kein Stau im Wartezimmer oder am Telefon entsteht.
Auch erwähnenswert: Ab dem 7. Juni dürfen Betriebsärzte mitimpfen.
Wird es die Impfzentren weiter geben?
Ja. "Die Impfzentren wird es auf jeden Fall weiterhin geben, das stand nicht zur Debatte", sagt dazu Gesundheitsressort-Sprecher Lukas Fuhrmann. In den vergangenen Monaten hatte es eine Diskussion in mehreren Bundesländern gegeben, ob die Impfzentren abgeschafft werden sollten oder nicht.
Darf man zwischen den Impfstoffen wählen?
Nein, das darf man weiterhin nicht. Der Grund ist die Impfstoffknappheit, wie das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Webseite mitteilt.
Wird der AstraZeneca-Impfstoff jedem angeboten?
AstraZeneca wird in erster Linie ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen. Grund sind selten auftretende, doch schwerwiegende Thrombosen bei jüngeren Menschen. Unter-60-Jährige dürfen den Impfstoff von AstraZeneca auf eigenen Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung bekommen.

Daher bieten wir Unter-60-Jährigen nur das Biontech-Vakzin und Über-60-Jährigen das von AstraZeneca an. Wer unter 60 ist und AstraZeneca bekommen möchte, muss davor besonders aufgeklärt werden. Wer über 60 ist und Biontech möchte, muss auf die Warteliste, die Jüngeren sind davor dran. So machen es wir es bei uns.

Hans-Michael Mühlenfeld im Interview.
Hans-Michael Mühlenfeld, Vorsitzender des Bremer Hausärzteverbandes

Das Gesundheitsressort teilt seinerseits mit: "AstraZeneca und Johnson & Johnson werden nur im Rahmen übriggebliebener Termine noch verimpft, neue Lieferungen für Erstimpfungen erhalten wir nicht mehr." Menschen auf der Registrierungsliste werden also Comirnaty (Biontech/Pfizer) oder Covid-19 Vaccine Moderna (Moderna) erhalten.

Ist die Impfung kostenlos?
Ja, die Corona-Impfung bleibt für alle kostenlos, unabhängig vom Versicherungsstatus.

Rückblick: Ende der Impfpriorisierung: "Wir werden in den Praxen überrannt"

Video vom 7. Mai 2021
Hans-Michael Mühlenfeld im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Serena Bilanceri Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. Juni 2021, 19:30 Uhr