Wie Bremerhaven Wasserstoff für den Hausgebrauch erforscht

Ein Container steht vor einem Gebäude.

Bremerhavens Hochschule erforscht Wasserstoff-Kraftwerk

Bild: David Salomon Stephan

Wasserstoff gilt als Klimachancen-Technologie der Zukunft. Bremerhaven will in der Branche mitspielen – die dortige Hochschule legt mit einem Projekt los, das Wasserstoff für jedermann ermöglichen könnte.

Wasserstoff hat als Energieträger Zukunft, das glaubt man in Deutschland: Im letzten Jahr hat der Bund die nationale Wasserstoffstrategie vorgestellt und dabei betont, welche Rolle das Element spielen soll. Auch Bremerhaven will in dieser Branche mitspielen: Hier soll das sogenannte Lune-Delta ein Standort für grüne Wirtschaft werden, natürlich mit Wasserstoff.

Bevor es im Delta losgeht, hat die Hochschule Bremerhaven schon mal vorgelegt. Sie hat am Freitag das Projekt "Microgrid" vorgestellt, bei der ein umgebauter Container als kleines Wasserstoff-Kraftwerk dient. Projektleiter Uwe Werner von der Hochschule Bremerhaven erklärt, was hier passieren soll: "Die Idee ist, den überschüssigen Strom aus Wind- und Solarenergie zu nehmen und ihn über einen sogenannten Elektrolyseur zu Wasserstoff umzuformen."

Öko-Strom sammeln und speichern

Ein Mann an einem Computerschrank
Uwe Werner ist Projektleiter bei "Microgrid". Bild: Radio Bremen | Patrick Florenkowsky

Das heißt: "Microgrid" sammelt Ökostrom aus regionalen Windrädern oder Photovoltaik-Anlagen ein. Daraus erzeugt die Anlage Wasserstoff. "Und diesen Wasserstoff können wir in Gasspeichern, also ganz normalen Gasflaschen, einspeichern", so Werner. Aus diesem Wasserstoff kann bei Bedarf dann mit einer Brennstoffzelle wieder Strom erzeugt werden. Damit wäre das Problem des Strom-Zwischenspeicherns gelöst.

Dass das nun klappt, ist ein großer Meilenstein des Projekts, das vor 14 Monaten begann. So lange hatten fünf Mitarbeiter der "Microgrid"-Projektgruppe daran gearbeitet, ein System für kleinräumige Energienetze aufzubauen – Strukturen weit unterhalb der üblichen Großkraftwerke und Leitungssysteme.

Ein Mini-Kraftwerk für mehrere Häuser

Technik in einem Container
So sieht es im "Microgrid" aus: Links wird Strom in Wasserstoff gewandelt, in der Brennstoffzelle rechts wird wieder Strom daraus. Bild: Radio Bremen | Patrick Florenkowsky

Mit der nun laufenden Wasserstofferzeugung ist das System im Prinzip einsatzbereit, und das auch für ganz konkrete Zwecke. "Ich kann mir vorstellen, dass man diesen Container hinstellen kann, um dann Häuser mit Strom zu versorgen. Diesen Schritt haben wir schon erreicht", sagt Projektleter Werner. Die Frage sei nur, wie schnell sich solche Produkte am Markt etablieren könnten, schließlich könne man solche Systeme noch nicht komplett kaufen.

Der Preis des voll ausgestatteten Containers liegt laut Hochschule bei etwa 290.000 Euro – für ein System, das für drei bis vier Häuser zum Stromversorger werden kann. In Zukunft, so Uwe Werner, könnten diese Container aber auch auf die Größe eines Kühlschranks schrumpfen. Dann könnten sie für den privaten Gebrauch viel attraktiver werden.

So wird "grüner" Wasserstoff hergestellt

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. Dezember 2021, 15.25 Uhr