"Hier auf dem Dorf sind die coolen Partys"

Darum verlassen junge Menschen das Dorf Nartum oder kehren zurück

Bild: Radio Bremen

Nele ist auf dem Land aufgewachsen. Fürs Studium zog die 22-Jährige nach Bremen – und schnell war ihr klar: Sie will wieder zurück in ihr Dorf.

"Ich bin in Nartum geboren und aufgewachsen. Für mein Studium bin ich nach Bremen gezogen und habe dort in einer WG gewohnt. Aber das bringt halt nicht viel, wenn man trotzdem viermal die Woche nach Hause fährt. Ich habe während meiner Zeit in Bremen gemerkt, dass das Stadtleben nicht das Richtige ist. Während der gesamten Zeit in Bremen ist Nartum mein Lebensmittelpunkt geblieben und deshalb wollte ich unbedingt wieder dorthin zurück. Dass Nartum mein Lebensmittelpunkt ist, hängt vor allem mit meiner Fußballmannschaft zusammen, hier sind meine Freundinnen.

Natürlich habe ich auch Freunde in Bremen gefunden, aber mein Hauptstandort ist Nartum. Hier sind die ganzen Leute, die ich kenne, die ganzen Veranstaltungen, die ich am Wochenende besuchen möchte – und die coolen Partys.

Nele Schradick, in Nartum geboren und aufgewachsen

Auch wollte ich mir keine neue Fußballmannschaft in Bremen suchen, weil ich mir das gar nicht vorstellen konnte. Es ist natürlich nicht so viel los wie in der Stadt, aber es gibt auf jeden Fall genug Möglichkeiten, etwas zu machen. Mir hat in Nartum nie irgendetwas gefehlt. Und in einer Großstadt wie Bremen gibt es so eine Anonymität zwischen den Menschen.

Hier in Nartum kennt wirklich jeder jeden. Für manche mag die Vorstellung schrecklich sein, aber ich fühle mich so sehr wohl.

Nele Schradick, in Nartum geboren und aufgewachsen

Natürlich ist man auf dem Land aufs Auto angewiesen, aber ich fahre gerne Auto. Das Pendeln zur Arbeit ist für mich kein Problem. Und ich fahre auch gerne mal nach Bremen, um dort ins Kino zu gehen. Natürlich ist das Fahren mit dem Auto kostenintensiv, aber dafür kann man auf dem Land günstiger wohnen. Das gleicht sich also alles wieder aus."

Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. November 2021, 19:30 Uhr