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Entscheidungshilfe auch für Bremer: der Wahl-O-Mat!

Entscheidungshilfe auch für Bremer: Hier ist der neue Wahl-O-Mat

Eine Frau hält ein Smartphone, auf dem die Wahl-O-Mat App für die Bundestagswahl 2021 zu sehen ist.
Bild: DPA | Fernando Gutierrez-Juarez
Bild: DPA | Fernando Gutierrez-Juarez

Viele Wahlberechtigte in Bremen und Bremerhaven stellen sich die Frage mehr denn je: Wen soll ich bei der Bundestagswahl am 26. September wählen? Der Wahl-O-Mat soll helfen.

Neben einer Version für das Internet gibt es auch eine App zum Herunterladen für Mobiltelefone mit Apple- oder Android-Betriebssystem. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten in der Übersicht.

Wie funktioniert das Angebot?
Nutzer können anfangs auswählen, welche Parteien sie einbeziehen möchten. Möglich sind auch alle zur Bundestagswahl zugelassenen Parteien. Dies kann später aber auch nachträglich geändert werden. Danach werden 38 Thesen aus verschiedenen Politikfeldern beantwortet. Möglich sind die Antworten "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen". Der Wahl-O-Mat errechnet am Ende den Grad der Übereinstimmung der eigenen Haltung mit den ausgewählten Parteien. Ein Balkendiagramm zeigt in Prozent, in welchem Ausmaß die Antworten insgesamt mit einer Partei übereinstimmen. 
Werden die Themen unterschiedlich gewichtet?
Das hängt vom Nutzer ab. Nach Beantwortung können Bereiche durch Anklicken doppelt gewichtet werden. Die Bundeszentrale verweist darauf, dass dadurch das Ergebnis genauer wird.
Was ist neu?
Erstmals bei einer Bundestagswahl gibt es eine "Tuning"-Funktion. Sie erlaubt es auf einer Überblicksseite, sowohl die Antworten auf die These als auch die Gewichtung durch Anklicken zu ändern, worauf sofort ein entsprechend geändertes Ergebnis dargestellt wird.
Wie werden die Themenfelder ausgewählt?
Sie werden vier bis fünf Monate vor der Wahl bestimmt. In einem 35-köpfigen Team waren neben Vertretern der Bundeszentrale, Wissenschaftlern und Politikexperten auch 19 Erst- und Zweitwähler bis 26 Jahre vertreten. Sie dienten als "Korrektiv", damit die Diskussion der Experten "nicht zu abgehoben wird", sagt eine Sprecherin. Der Fokus bei der Auswahl liegt demnach auf Themen, in denen sich die Parteien unterscheiden. "Deshalb greifen wir Themen wie 'Weltfrieden' nicht auf, denn das wollen alle."
Was wird am Wahl-o-Mat kritisiert?
Problematisch kann der Wahl-O-Mat für kleine Parteien sein, die sich auf einige wenige Themen konzentrieren und damit nicht die ganze Breite des Spektrums abdecken. Kritisiert wird auch, dass der Wahl-O-Mat nur auf die Versprechungen der Parteien in ihren Programmen setzt, die dann womöglich nicht eingelöst werden.
Welche Alternativen gibt es?
Das Angebot "DeinWal" nimmt das Abstimmungsverhalten der Parteien im Bundestag seit der letzten Wahl als Grundlage für die Bewertung der Übereinstimmung. "WahlSwiper" setzt nach dem Tinder-Prinzip auf nach rechts oder links gewischte reine Ja- und Nein-Antworten, um Positionen klarer zu bestimmen. Der "Wahl-Kompass" der Universität Münster bietet dagegen sechs Antwort-Möglichkeiten von "stimme vollkommen zu" bis "keine Meinung" und zeigt dann in einem Koordinatensystem die eigene politische Richtung und die Nähe zu den Parteien an.
Seit wann gibt es den Wahl-O-Mat?
Erstmals wurde der Wahl-O-Mat bei der Bundestagswahl 2002 eingesetzt. Er wurde damals 3,6 Millionen Mal genutzt. Seitdem stieg die Zahl stetig. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 wurde der bisherige Rekordwert von fast 15,7 Millionen Nutzungen erreicht. Auch für Landtagswahlen gibt es den Wahl-O-Mat. Online sind derzeit bereits die Angebote für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, die wie die Bundestagswahl am 26. September stattfinden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 2. September 2021, 11 Uhr