Fragen & Antworten

4 Stufen bestimmen bald Bremens Corona-Maßnahmen – das ist wichtig

Video vom 21. September 2021
An einem zusätzlichen Intensivbett für mögliche Corona-Patienten zeigt ein Arzt die Funktionsweise eines Beatmungsgerätes.
Bild: DPA | Roland Weihrauch
Bild: DPA | Roland Weihrauch

AHAL, 2G, 3G und Ausnahme-Regeln: Der Senat hat festgelegt, wann künftig welche Corona-Maßnahmen gelten. Dies sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Bremens Senat will Corona-Maßnahmen ab dem 1. Oktober auf Grundlage eines Vier-Stufenplans festlegen. Der neue Leitindex orientiert sich dabei an der Hospitalisierungs-Inzidenz. Was das bedeutet, welche Stufen es gibt und welche Auswirkungen das für Bremerinnen und Bremer hat, beantworten wir hier.

Wofür steht die Hospitalisierungs-Inzidenz?
Die bisherige 7-Tage-Inzidenz als Richtwert für Corona-Maßnahmen ist bald Geschichte. Künftig setzt das Land Bremen stattdessen auf die 7-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz. Sie misst, wie viele Corona-Patienten in Bremens Kliniken je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen eingeliefert worden sind. Dieser Wert wird jeweils für die Stadt Bremen und für Bremerhaven angegeben.

Allerdings beschränkt sich dieser Richtwert per Definition auf Patientinnen und Patienten aus dem Land Bremen. In Bremens Krankenhäusern werden aber auch Corona-Patienten aus dem Umland behandelt. Deshalb hat sich der Senat entschieden, auch die generelle Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten im Blick zu behalten. "Wenn sich das nach oben bewegt, dann müssen wir die Bremse ziehen", sagt Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhardt.

In Bremen liegt der Wert der Hospitalisierungs-Inzidenz derzeit knapp unter 3. Damit läge das Land derzeit noch in Stufe 0, aber an der Schwelle zur künftigen Stufe 1.
Was gilt bei Stufe 0?
Die erste Stufe, also Stufe 0: Sie gilt in Bremen künftig, wenn die Hospitalisierungs-Inzidenz zwischen 0 und 3 liegt.
In diesem Fall gelten lediglich die allgemeinen AHAL-Regeln, also Abstand und Hygiene einhalten, Alltagsmasken tragen und regelmäßig Lüften. Außerdem muss im Einzelhandel sowie in Bussen und Bahnen eine Maske getragen werden. Einrichtungen und Veranstaltungen müssen weiterhin Hygiene- und Schutzkonzepte vorlegen.
Was gilt bei Stufe 1?
Der Senat hat für eine Hospitalisierungs-Inzidenz von 3 bis 6 die Stufe 1 festgelegt. In dieser Stufe gilt die 3G-Regel. Zutritt in Restaurants und Geschäften oder bei Veranstaltungen gibt es nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.*
Kapazitätsbeschränkung und gesonderte Abstandsregelungen zum Beispiel in Restaurants, Clubs oder Theatern gelten in dieser Stufe noch nicht.
Was gilt bei Stufe 2?
Für die Stufe 2 hat der Senat einen Hospitalisierungs-Inzidenzwert von 6 bis 12 festgelegt. Das bedeutet, die Krankenhäuser sind schon deutlicher ausgelasteter mit Corona-Patienten. In diesem Fall gilt, dass zum Beispiel Restaurants oder Geschäfte optional die 2G-Regel anwenden können, die einen Zutritt ausschließlich für Geimpfte und Genesene vorsieht.
Für Einrichtungen, die in dieser Stufe hingegen weiterhin auf 3G setzen wollen, gelten wieder Abstandsregeln, Maskenpflicht und Kapazitätsgrenzen.
Was gilt bei Stufe 3?
Für die höchste Stufe, also Stufe 3, hat der Senat bislang zwar keine Konsequenzen beschlossen.

Wenn uns tatsächlich wieder die Mütze brennt, wenn die Zahlen auch gerade in der Krankenhausbelastung rapide steigen, da haben wir noch keine präzisen Maßnahmen festgelegt.

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhardt (Linke)
Dass die Erreichung der höchsten Stufe ab einer 7-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz von 12 scharfe Maßnahmen nach sich ziehen müsse, betont Gesundheitssenatorin Bernhardt aber. "Bei einem deutlichen Überschreiten der Auslastung der Krankenhausbetten sind wir leider wieder im sehr dunkelroten Bereich."
Als mögliche Maßnahmen nennt die Senatorin erneute Quoten bei Krankenhausbetten, Kapazitätsbeschränkungen für verschiedene Einrichtungen und wieder strengere Abstandsregelungen zum Beispiel in Restaurants.
Für wen gelten Ausnahmen?
Verschiedene Gruppen sind von den 2G-Regeln ausgenommen. Dazu zählen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Ebenfalls von der 2G-Regel ausgenommen sind Menschen, die sich – zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen – nicht impfen lassen können. Die AHA-Regeln gelten aber natürlich weiterhin für sie.

Inwieweit diese Betroffenen künftig kostenlose Tests bereitgestellt bekommen, darüber herrschte im Senat am Dienstag hingegen noch keine Einigung. Gegenüber buten un binnen spricht sich die Gesundheitssenatorin dafür aus, kostenlose Tests in einem gewissen Maße weiter zu ermöglichen.
Ab wann gilt die neue Regelung?
Im Laufe der Woche wird die neue Corona-Verordnung für das Land Bremen abgestimmt. In Kraft treten soll sie voraussichtlich am 1. Oktober.

Sollte Bremen allerdings eine Impfquote von 80 Prozent erreichen, soll der Stufenplan in Abhängigkeit vom konkreten Infektionsgeschehen noch einmal überprüft werden. An diesem Dienstag liegt die Quote der vollständig Geimpften im Land Bremen bei 73,8 Prozent. Die Zahl der einmal Geimpften liegt derzeit bei 78 Prozent.

* Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version des Textes hieß es, 3G gelte ab Stufe 1 auch im öffentlichen Personennahverkehr. Das war ein Fehler. Wir bitten ihn zu entschuldigen.

So reagieren Bremer auf das neue Corona-Stufenmodell

Video vom 21. September 2021
Ein Mann mit einem blondem Pferdeschwanz steht vor den Pusdorf Studios und gibt ein Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. September 2021, 19:30 Uhr