Krisenjahr für die Innenstädte Bremens und Bremerhavens

In Bremen und Bremerhaven haben große Warenhäuser in diesem Jahr zum letzten Mal geöffnet. Die Innenstädte kämpfen um Besucher. Die Politik schmiedet Rettungspläne.

Die Bremer Innenstadt aus der Vogelperspektive.
Die Innenstädte in Bremen und Bremerhaven sollen wieder attraktiver werden (Archivbild). Bild: Radio Bremen

Galeria Kaufhof und Zara in Bremen, Saturn und Karstadt in Bremerhaven: Die großen Warenhäuser schließen. Die Innenstädte von Bremen und Bremerhaven sind in der Krise. Und das nicht erst seit Corona. Der Online-Handel ist längst an ihnen vorbeigezogen, wie diverse Studien belegen. Deshalb hat die schwierige Lage der Innenstädte in diesem Jahr den Magistrat in Bremerhaven und den Senat in Bremen immer wieder beschäftigt.

Aktionspläne für die Innenstädte

In Bremerhaven soll ein Aktionsplan die Besucher zurück in die Innenstadt locken. Dafür investiert die Stadt 2,5 Millionen Euro. Fast die Hälfte der Investitionssumme fließt in Marketingprojekte. Größter Einzelposten ist mit einer Million Euro eine Gutschein-Aktion. Das alte Karstadt-Gebäude spielt im Aktionsplan Innenstadt noch keine Rolle. Hier stehen weitere Gespräche mit den Gesellschaftern aus. Zusätzlich zu dem Programm für die Innenstadt sollen 500.000 Euro für die Stadtteile bereitgestellt werden. Die insgesamt drei Millionen Euro kommen aus dem Bremerhaven-Fonds.

Auch Bremen hat mit der City-Initiative einen solchen Aktionsplan für die Bremer Innenstadt.

Es kommt darauf an, eine Negativspirale in der City zu verhindern.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) zur Situation der Innenstadt

Man ist sich "über alle Lager einig: Es ist genug gesabbelt, es muss auch gehandelt werden", so Bovenschulte. Insgesamt 13,2 Millionen Euro will der Senat in die Innenstadt stecken. Damit soll sie attraktiver werden und es soll weniger Leerstände geben.

Die Martinistraße spielt in Bremen eine zentrale Rolle. Langfristig soll laut Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) die Innenstadt autofrei werden, doch diese Entscheidung müsse Stück für Stück umgesetzt werden. Los geht es mit Planungen für die Martinistraße.

Statt des Autoverkehrs könnten ein Skatepark, Foodtrucks oder Basketballfelder für den Sommer oder eine Eislaufbahn im Winter die Martinistraße prägen, so Schaefer – der Senat wolle die Schlachte näher an die Innenstadt bringen.

Ein weiterer Ort, der zentral in den Plänen des Senats vorkommt, ist der Domshof, kündigte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) an. Dort soll eine Großleinwand aufgestellt werden, auch Veranstaltungen der Messe könnten laut der Wirtschaftssenatorin in die Innenstadt verlegt werden.

Reicht das für eine Zukunft der Innenstadt?

Ob die Bemühungen der beiden Städte Früchte tragen und die Innenstädte nachhaltig belebt werden können, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Erst einmal geht es für viele Händler darum, die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. Gerade die Folgen des zweiten Lockdowns seien laut Kristin Viezens, Sprecherin des Wirtschaftsressorts, noch nicht abzuschätzen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Dezember 2020, 19:30 Uhr