Bremen wirbt auf Bundesebene für Verlängerung des Kinderkrankengeldes

Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz
Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Coronabedingte Regelungen zum Kinderkrankengeld laufen aus
  • Bürgerschaft fordert Senat auf, für Verlängerung zu werben
  • Gesundheitssenatorin Bernhard kündigt Bundesratsinitative an

Die coronabedingten Regelungen zum Kinderkrankengeld sollen nach dem Willen der Bremischen Bürgerschaft verlängert werden. Einstimmig hat das Parlament den Senat aufgefordert, sich dafür auf Bundesebene einzusetzen. Zur Zeit können gesetzlich versicherte Eltern wegen Corona 20 Tage Kinderkrankengeld beantragen, Alleinerziehende 40 Tage. Außerdem bekommen Berufstätige Entschädigungszahlungen, wenn sie ihre Kinder zuhause betreuen, weil Einrichtungen wegen Corona geschlossen sind.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) kündigte eine Bundesratsinitative für eine Verlängerung an. "Die Anhebung der Kinderkrankentage und der Anspruch auf Entschädigung laufen nach dem 23. September aus – die Pandemie nicht", sagte sie. Aktuell suche man Bündnispartner auf Bundesebene.

Wir wollen keine Kita- und Schulschließungen mehr. Wir sind aber nicht davor gefeit, dass die Personalausfälle wieder massiv steigen.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard

Ende April hatte eine Analyse der Krankenkasse Barmer gezeigt, dass Eltern im vergangenen Jahr deutlich mehr Kinderkrankengeldtage genommen haben als im Vorjahr. Insgesamt bewilligte die Kasse demnach 2021 rund 1,3 Millionen Kinderkrankengeldtage und somit mehr als doppelt so viele wie in 2019 mit rund 566.000 Tagen. Etwa 30 Prozent der Gesamtzahltage im Jahr 2021 seien dabei auf das pandemiebedingte Kinderkrankengeld entfallen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 6. Juli 2022, 15 Uhr