Bremer Jacobs University will Medizin-Studiengang

  • Jacobs University und Gesundheit Nord planen Medizin-Studiengang.
  • Das geht aus einem Konzept-Papier hervor, das buten un binnen vorliegt
  • 40 Studenten könnten ab 2020 ausgebildet werden.
Bild: dpa | Waltraud Grubitzsch

Die Jacobs University und Bremens Krankenhauskonzern Gesundheit Nord (Geno) schmieden Pläne für einen Medizin-Studiengang an der Privat-Uni in Bremen-Nord. Nach einem Konzeptpapier, das buten un binnen vorliegt, sollen vom Wintersemester 2020 an pro Studiensemester 40 Studierende als Mediziner ausgebildet werden. Am Ende der Aufbauphase soll es dann insgesamt 480 Studenten geben. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

18 Millionen Euro Kosten pro Jahr

Unterrichtssprache wäre Deutsch und nicht wie bisher an der Jacobs University Englisch. Der Aufbau einer klinischen Fakultät in Bremen sei mit überschaubaren finanziellen Mitteln umsetzbar, heißt es in dem Papier. Nach Informationen von buten un binnen kalkulieren Jacobs Universität und Gesundheit Nord mit 18 Millionen Euro Kosten pro Jahr. Gesundheitsstaatsrat Gerd-Rüdiger Kück (SPD) hat die Pläne gegenüber buten un binnen bestätigt. Die Jacobs University wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Plänen äußern. Seit drei Jahren gibt es dort allerdings zwei Programme, die auf ein Studium der Humanmedizin vorbereiten.

Zuletzt hatte die Bremer CDU einen Medizinstudiengang an der staatlichen Universität gefordert. Rund 100 angehende Ärzte hätten dort nach ihren Vorstellungen pro Jahr ausgebildet werden können. Damals war von Kosten in Höhe 100 Millionen Euro pro Jahr die Rede gewesen. In einer Bürgerschaftsdebatte waren die Pläne von Vertretern der Regierungsfraktionen zuletzt als zu teuer abgelehnt worden.

CDU zeigt sich überrascht von den neuen Plänen

Von der Ankündigung der Jacobs University und der Geno wurde die Bremer CDU überrascht. "Wir halten an unserem Vorschlag fest, weil es richtig ist, das Medizinstudium nicht nur an einer Privatuniversität sondern an einer öffentlichen Universität gebührenfrei anzubieten", teilte CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Röwekamp mit. Außerdem müssten auch die Hochschule Bremerhaven sowie die nicht kommunalen Krankenhäuser einbezogen werden.

Röwekamp kündigte außerdem an, den neuen Vorschlag dennoch prüfen zu wollen und über ihn zu beraten. Ein Medizinstudiengang in Bremen sei wichtig, um auch in Zukunft den Bedarf an Ärzten in Bremen und Bremerhaven decken zu können.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. November 2018, 19:30 Uhr

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