Senat will Jacobs University weiter stützen

  • Bremen soll 50-Millionen-Euro-Kredit der Privat-Uni abzahlen
  • Das würde den Haushalt mit drei Millionen Euro pro Jahr belasten
  • Als Begründung heißt es, eine Schließung der Uni wäre noch teurer
Der Campus der Jacobs-University im Regen.
Bild: DPA | Ingo Wagner

Der Bremer Senat will die private Jacobs University in Bremen-Nord offenbar weiterhin finanziell unterstützen. Darauf hat sich der rot-grüne Senat jetzt verständigt.

Das Land hatte der privaten Universität einst über die Bremer Aufbaubank einen Kredit von 50 Millionen Euro gewährt. Diesen soll Bremen nun aus dem eigenen Haushalt abbezahlen — mit drei Millionen Euro jährlich.

Grünen-Sprecher nennt die Unterstützung alternativlos

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Dieter Reinken, hält dies für eine kluge Lösung. Die Universität sei ein wichtiger Baustein der Strukturentwicklung in Bremen-Nord, sagte er Radio Bremen. Robert Bücking von den Grünen sagte, dass es keine Alternativen gebe. Eine Schließung der Uni wäre für Bremen deutlich teurer. Die Bürgerschaft und ihre Ausschüsse müssen über die staatliche Finanzspritze allerdings noch entscheiden.

Jörg Kastendiek, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU, hofft, dass der Bremer Senat nun wirklich "Butter bei die Fische" tut und die Hängepartie der Jacobs-University beendet. Die Universität brauche endlich eine langfristige Perspektive.

Kritik kommt von der Linken. Die Vorsitzende der Linken in der Bremischen Bürgerschaft, Kristina Vogt, sagte: "Der Senat hat sich vom Züricher Unternehmer Christian Jacobs abermals auf ganzer Linie über den Tisch ziehen lassen." Das sei ein erneuter Bruch des Koalitionsvertrages. Die Linke fordert, die Jacobs University in das öffentliche Hochschulsystem zu überführen.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 13. April 2018, 12 Uhr

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