Dieser Marinesoldat kämpft in Bremerhaven gegen Corona

Allein in Bremerhaven helfen fast 40 Soldaten bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Einer von ihnen ist Marcel. Statt in die Marineschule geht es für ihn ins Altenheim.

Ein Mann mit blauer Uniform und FFP2-Maske guckt in die Kamera.
Für Marcel hat sich der Arbeitsalltag stark verändert: Er testet aktuell die Besucher des Altenpflegeheims "Villa Schocken" in Bremerhaven auf Corona. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Seit zwei Wochen hat Soldat Marcel quasi einen neuen Job. Marcel ist einer von rund 40 Soldaten, die gerade bei den Corona-Tests in Bremerhavener Pflegeheimen helfen. Er möchte nur beim Vornamen genannt werden. In der Öffentlichkeit stehen ist nicht so sein Ding.

Eine Person in Schutzkleidung steckt einer anderen Person ein Stäbchen in den Mund.
Bei einem Kurs zeigten Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, wie die Tests funktionieren. Bild: Landeskommando Bremen

Seit zwei Wochen arbeitet der 23-Jährige im Bremerhavener Altenpflegeheim "Villa Schocken". Seitdem hat sich für ihn ganz schön viel verändert: Altenheim statt Marineschule. Corona-Schnelltest statt Verwaltungsarbeit. Nur die blaue Marineuniform ist geblieben. "Für mich ist das natürlich eine ganz neue Situation, da ich etwas ganz anderes mache, als was ich im Tagesdienst mache", erzählt er.

Mit einem Nasenabstrich testet Marcel, ob die Besucherinnen und Besucher im Altenpflegeheim Corona haben. Rund 15 Personen überprüft er pro Tag. Gelernt hat er das bei einem Kurs vom Deutschen Roten Kreuz.

Ohne Soldaten geht es nicht

Ohne die Soldatinnen und Soldaten würde der Alltag in den Alten- und Pflegeheimen in Bremerhaven gerade nicht funktionieren, sagt Andreas Feddern vom Bremerhavener Corona-Krisenstab. Schon vor Corona hätte es in Alten- und Pflegeheimen viel zu wenig Personal gegeben. Jetzt seien durch Corona auch noch neue Aufgabenfelder hinzukommen. Die Folge: Viele Mitarbeiter seien endgültig überlastet. Gut also, dass deutschlandweit rund 25.000 Soldaten Amtshilfe leisten. Und zwar nicht nur in Alten- und Pflegeheimen, sondern auch in Impfzentren und bei der Kontaktnachverfolgung.

Ohne die Soldaten würde es bei uns in der Corona-Pandemiebekämpfung gerade sehr schlecht aussehen. Sie helfen uns sehr. Die Bundeswehr hat ad hoc Personal gestellt, was wir auf die Schnelle nicht gefunden hätten.

Andreas Feddern, Mitarbeiter des Corona-Krisenstabs in Bremerhaven

Soldaten bleiben nur kurz

Der Einsatz der Soldatinnen und Soldaten in der Pandemiebekämpfung soll aber nicht mehr lange dauern. Gerade laufen Vorstellungsgespräche, um neues Personal zu finden, sagt Feddern. Der aktuelle Einsatz der Soldaten sei erst einmal bis Ende Februar begrenzt.

Aber dass es auch im März für Marcel im Altenheim statt in der Marineschule weitergeht, ist für ihn nicht ausgeschlossen: "Letztendlich würde ich mich auch bereit erklären, weiterzumachen", sagt er.

Rückblick: Labor bestätigt erste Infektionen mit Corona-Mutante in Bremerhaven

Video vom 8. Februar 2021
Eine Labor-Mitarbeiterin sammelt Röhrchen ein.
Bild: DPA | Robin Utrecht
Bild: DPA | Robin Utrecht

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Autorinnen und Autoren

  • Leonard Steinbeck
  • Sonja Harbers Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 17. Februar 2021, 16:45 Uhr