3 Fakten zum Schiffs-Rekord im Neuen Hafen in Bremerhaven

Ein Schiff fährt auf eine Schleuse zu.
Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck
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Das 150.000 Boot hat die Schleuse im Neuen Hafen passiert. Wer die Schiffe zählt und warum die Schleuse sogar ein Menschenleben forderte, erfahren Sie hier.

Ein Rekord für die Schleuse in den Neuen Hafen in Bremerhaven: Das einzige Restaurantschiff der Stadt, der Salondampfer "Hansa", war am Mittwoch das 150.000. Schiff, das die Schleuse passierte. Das Schiff musste seinen Liegeplatz im Schaufenster Fischereihafen frei machen für die "Alexander-von-Humboldt-II", die gerade in Bremerhaven ist. Bis zum 19. Juni liegt die "Hansa" nun im Neuen Hafen unterhalb des Zoos. "Die Kleine" musste also Platz machen für "die Große". Aber immerhin ging die "Hansa" damit in die Geschichte der Schleuse ein.

1 Echte Schleusenwärter zählen die Boote

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch vor Monitoren.
Peter Burhorn ist einer der zehn Schleusenwärter. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Dass das nun das 150.000. Schiff war, weiß die Stadt deshalb so genau, weil alle Boote gezählt werden – und zwar nicht digital. Nein, echte Schleusenwärter sitzen hier in ihrem Ausguck und dokumentieren, wer die Schleuse passiert. Zehn Rentner übernehmen den Job auf 450-Euro-Basis. Auf einem Protokoll werden Datum, Uhrzeit und Name des Schiffes notiert. Acht Stunden dauert eine Schicht. Einer dieser Schleusenwärter ist der 83-jährige Peter Burhorn, der selbst 20 Jahre zur See gefahren ist. "Das ist ein strammer Dienst", sagt er. "Aber mir macht es viel Spaß." Die Tore öffnet er per Mausklick.

2 Ein Mensch kam ums Leben

Unfälle hat es – abgesehen von ein paar verbogenen Fendern – in all den Jahren während des Betriebes nicht gegeben, sagt Heiner Behrens von der zuständigen Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen. Doch bei einer Inspektion sei es 2018 in der leeren Schleusenkammer zu einem tödlichen Unfall gekommen.

3 Weltweit einmalige Schleuse

Diese Schleuse in den Neuen Hafen gibt es seit 2005. Damals entstand laut Stadt in 27 Monaten Bauzeit eine technisch weltweit einmalige Schleuse mit sogenannten Sektortoren und Drehbrücken, die vom Schleusenwärter am Computer bedient werden kann. Alle Schiffe, die in die 50 x 14 Meter große Schleusenkammer passen, können die Schleuse passieren. Bei gutem Wetter lässt sich die Schleuse sogar auf 62,50 Meter erweitern. Dann wird aus dem doppelten Tor nur ein einfaches Tor. Eine Schleusung dauert zwischen 10 und 45 Minuten je nach Belegung und Differenz der Wasserstände auf der Weser und im Neuen Hafen.

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Autoren

  • Sonja Harbers Autorin
  • Leonard Steinbeck

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Mittag, 16. Juni 2021, 13:40 Uhr