Meinungsmelder

Fast jeder 2. Meinungsmelder fordert Lockerung der Corona-Maßnahmen

Kurz vor dem Bund-Länder-Treffen erwarten 44 Prozent der Radio Bremen Meinungsmelder die Lockerung einiger Schutzmaßnahmen. Doch 16 Prozent würden den Lockdown gar verschärfen.

Video vom 2. März 2021
Geschlossene Gastronomie während des Lockdowns im Januar 2021 in der Bremer Innenstadt (Archivbild)
Bild: Imago | Chris Emil Janßen
Bild: Imago | Chris Emil Janßen

Sollten die Regierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch den Lockdown teilweise aufheben oder lieber nicht? Die Radio Bremen Meinungsmelderinnen und Meinungsmelder zeigen sich in dieser Frage gespalten. 44 Prozent der fast 3.000 Befragten sprechen sich für Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen aus. Doch 37 Prozent möchten den Lockdown beibehalten. 16 Prozent sind sogar für noch schärfere als die bestehenden Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus.

Wie sollte es mit den Corona-Schutzmaßnahmen weitergehen?

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Diejenigen Befragten, die gern einige Schutzmaßnahmen aufheben würden, argumentieren häufig mit der persönlichen Lage derer, die der Lockdown besonders hart trifft. So sagt die 63-jährige Meinungsmelderin Ute Schwarzrock aus Osterholz-Scharmbeck: "Wir müssen auch an die vielen Händler, Gastronomen und Kulturschaffenden denken. Sie brauchen diese Lockerungen, um irgendwie überleben zu können."

Die 54-jährige Yvonne Kühl aus Grohn sieht es ähnlich.

Es ist nicht richtig , dass sich in den Lebensmittelmärkten die Kunden tummeln und vom Blumenstrauß bis zur Waschmaschine alles verkauft wird, während kleine Geschäfte mit besserem Hygiene- Konzept weiterhin nicht öffnen dürfen.

Meinungsmelderin Yvonne Kühl aus Grohn

Genau wie Yvonne Kühl, so halten 85 Prozent derjenigen, die Lockerungen fordern, diese gerade im Einzelhandel für notwendig. 78 Prozent wünschen sich das Lockern der Corona-Maßnahmen für die Gastronomie.

Angst vor den Mutanten

Jene Befragten, die die Corona-Schutzmaßnahmen aufrecht erhalten wollen, argumentieren häufig mit den Coronavirus-Mutationen, die sich in Deutschland ausbreiten. So auch die 42-jährige Sabrina Hilmer aus der Bremer Neustadt.

Bei dem aktuellen Anstieg der Infektionen mit der Mutante können wir uns keine Lockerungen erlauben. Die Präsenzpflicht an den Grundschulen ohne Luftfilter und Masken geht schon deutlich zu weit. Wir verspielen unsere Chance auf eine baldige Entspannung.

Meinungsmelderin Sabrina Hilmer au der Neustadt

Wie Hilmer, so fänden 70 Prozent der Befragten, die schärfere Schutzmaßnahmen fordern, diese Maßnahmen gerade in den Schulen und Kitas wichtig. Zwei Drittel aus dieser Gruppe würden die Reisebeschränkungen weiter verschärfen, knapp die Hälfte die Kontaktbeschränkungen.

Bescheidene Noten für die Politik

Sehr gemischt fällt das Urteil der Radio Bremen Meinungsmelderinnen und Meinungsmelder über die Corona-Politik in Bremen und Niedersachsen aus. Im Durchschnitt geben sie dem Bremer Senat eine 3 minus und der niedersächsischen Landesregierung eine 4 plus.

Wie bewerten Sie die Corona-Politik in Bremen und Niedersachsen?

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Die 71-jährige Angela Lüers aus Schwachhausen hat sowohl der niedersächsischen als auch der Landesregierung in Bremen eine 2 für ihre Corona-Politik gegeben. Sie findet: "Bei jeder Mitteilung über Funk und Fernsehen ist zu spüren, dass die Politiker in beiden Ländern sehr verantwortungsvoll mit anstehenden Entscheidungen umgehen."

Das sieht der 63-jährige Heiko Köhler aus Huchting grundlegend anders. Er hat Niedersachsen eine 4, Bremen eine 5 gegeben. "Bremen entscheidet, als wenn wir am Tropf von Niedersachsen leben", begründet er sein hartes Urteil.

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. März, 19.30 Uhr