Meinungsmelder

Mehrheit der Radio Bremen Meinungsmelder ist für schärferen Lockdown

63 Prozent der Befragten sind dafür, das gesellschaftliche Leben für mehrere Wochen noch stärker einzuschränken. Doch viele wägen ab, wie so eine Verschärfung aussehen könnte.

Blick auf die leere Haltestelle für Busse und Bahnen an der Domsheide.
63 Prozent der Meinungsmelder sprechen sich dafür aus, den Lockdown noch einmal zu verschärfen. Bild: DPA | Martin Ewert

Bislang konnten sich Bund und Länder nicht auf einen schärferen Lockdown einigen. Sollten die Regeln verschärft werden oder reichen sie so wie sie sind. Diese Frage hat die Radio Bremen Meinungsmelder beschäftigt. 3.841 Befragte aus Bremen, Bremerhaven und umzu haben mitgemacht. 63 Prozent von Ihnen sind dafür, dass das gesellschaftliche Leben eingeschränkt wird. Allerdings sind sich nicht alle sicher, ob das gleich für mehrere Wochen sein muss. 34 Prozent sind dagegen. Die übrigen drei Prozent der Befragten wollen oder können diese Frage nicht beurteilen.

Sollte das gesellschaftliche Leben über mehrere Wochen hinweg eingeschränkt, gewissermaßen "heruntergefahren" werden?

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Viele der Radio Bremen Meinungsmelder wägen außerdem ab, was ein "Herunterfahren" bedeuten könnte. So forderte ein 62-jähriger Meinungsmelder aus Bremen, der Lockdown müsse konsequent durchgezogen werden.

Nicht wie bisher mal mehr mal weniger, mal hüh mal hott.

Radio Bremen Meinungsmelder, 62 Jahre alt aus Bremen

Ein 42-Jähriger Bremer ist sich sogar sicher: "Wir schauen schon lange genug zu." Einige fürchten zum Beispiel eine mögliche Überlastung der Krankenhäuser: "Angesichts der Kapazitäten auf den Intensivstationen besteht Handlungsbedarf!", fordert eine 47-jährige Meinungsmelderin aus Bremen.

Aber auch andere Stimmen gab es aus Bremen. "Es reicht! Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben", sagte eine 61-jährige Meinungsmelderin aus Bremen. Und auch eine 70-jährige Bremerin stellte in Frage, was noch heruntergefahren werden könne: "Gesellschaftliches Leben findet doch gar nicht mehr statt."

Wie beurteilen Sie die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen in Bremen, Bremerhaven und umzu? Würden Sie sagen, diese…

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18 Prozent der Radio Bremen Meinungsmelder sind überzeugt, dass die aktuellen Corona-Maßnahmen zu weit gehen. 25 Prozent halten diese für angemessen. Andere glauben nicht, dass bereits alle Mittel ausgeschöpft sind. Insgesamt empfinden 55 Prozent die Maßnahmen als nicht ausreichend.

Wenn es darum geht, ob eher der Bund oder die einzelnen Länder die Entscheidungshoheit über die Corona-Maßnahmen haben sollten, zeigt sich zwar eine Tendenz in Richtung Bund, aber teilweise eben auch "nur diese eine Mal, damit endlich Schluss ist mit dem Hin und Her", wie sich eine 61-jährige Bremerin äußerte.

Wer sollte bei der Entscheidung über die Corona-Maßnahmen Ihrer Meinung nach welche Kompetenzen haben?

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Viele würden angesichts der aktuellen Lage das Mitspracherecht der Länder eher reduzieren und wären bereit, dem Bund mehr Kompetenz zu übertragen. Die Meinungsmelderinnen und Meinungsmelder heben immer wieder hervor, dass sie es begrüßen würden, wenn mehr Entscheidungen bundeseinheitlich getroffen werden würden.

Wir brauchen einheitlich Lösungen, damit die Maßnahmen wirken und von der Bevölkerung mitgetragen werden. Föderale Extrawürste schaden der Umsetzung von Maßnahmen. Selbst da wo niedrige Inzidenzen sind, ist dies meistens nur eine Momentaufnahme, spiegelt nur eine zeitliche Verzögerung wieder.

50-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Da die Bundesländer sich dichter am Geschehen befinden würden, äußern andere die Ansicht, dass die Länder besser wissen, welche Entscheidungen getroffen werden müssen. Es sollte aber nicht unbedingt exklusiv eine politische Ebene über die Kompetenzen verfügen – auch das wird in den Antworten der Befragten deutlich.

Darüber hinaus wird in den Kommentaren vorgeschlagen, andere Experten und Expertinnen einzubeziehen und Kompetenzen abzugeben. Genannt wird dabei unter anderem die Bedeutung einer wissenschaftlichen Grundlage für Entscheidungen.

Wer nicht auf die Wissenschaft und deren Empfehlungen hört, betreibt [im Wahljahr] politisches Kalkül.

55-jähriger Meinungsmelder aus Niedersachsen

Rückblick: Wie beurteilen die Meinungsmelder die Corona-Lockerungen?

Video vom 15. Mai 2020
Mittels einer Videokonferenz unterhalten sich zwei Frauen. Eine Frau sitzt vor ihrem PC, die andere ist auf den Monitor zugeschaltet.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. April 2021, 19.30 Uhr