Laschet stärkt Liefers: "Man darf das sagen in einem freien Land"

In der Radio-Bremen-Talkshow 3nach9 sprachen der CDU-Kanzlerkandidat und der Schauspieler über die umstrittene Social-Media-Aktion #allesdichtmachen. Laschet pflichtete Liefers in einigen Punkten bei.

Video vom 23. April 2021
Armin Laschet schaut gerade aus
Bild: picture alliance / Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler
Bild: picture alliance / Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Hinter Armin Laschet und Jan Josef Liefers liegt eine ereignisreiche Woche. Der CDU-Vorsitzende wurde nach einem zähen Machtkampf zum Kanzlerkandidaten gekürt, während der Schauspieler mit seiner Beteiligung an der Social-Media-Aktion #allesdichtmachen für Aufsehen sorgte. Unter diesem Hashtag hatten Liefers und mehr als 50 seiner Berufskolleginnen und -kollegen Videos veröffentlicht, in denen sie sich auf ironische Weise mit den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung auseinandersetzen. Auch aus den eigenen Reihen hagelte es dafür massive Kritik.

In der Radio Bremen-Talkshow 3nach9, in der am Freitagabend beide zu Gast waren, brach Laschet eine Lanze für Liefers und die weiteren #allesdichtmachen-Aktivisten. "Man darf das sagen in einem freien Land", betonte er. Es sei "ganz schlimm", dass gegenüber Andersdenkenden zu leichtfertig der Vorwurf einer rechten Gesinnung erhoben werde.

Laschet teilt Meinung nicht

"Von diesen 50 ist keiner AfD, ist keiner rechts", zeigte sich Laschet mit Blick auf die Teilnehmer der Social-Media-Aktion überzeugt: "Sie haben eine andere Meinung als die Mehrheit". Er teile diese Meinung nicht, fände es aber wichtig, dass sie geäußert werden dürfe. "In Krisensituationen ist auch die Minderheitsmeinung gerade von Künstlern und Intellektuellen wichtig", betonte der CDU/CSU-Kanzlerkandidat.

"Die Nerven liegen blank"

Liefers, der per Videoschalte an der Sendung teilnahm, bekräftigte, dass es keineswegs das Ziel der Aktion gewesen sei, "rechte Schwurbler und Wirrköpfe zu munitionieren". Es sei ihm aber ein wichtiges Anliegen, sich zu diesem Thema zu Wort zu melden.

Bei allen liegen die Nerven blank inzwischen, und ich gebe zu: auch bei mir.

Ein Mann, Jan Josef Liefers, schaut in die Kamera.
Jan Josef Liefers, Schauspieler

Der Schauspieler, der in seinem Kurzfilm Kritik an der Rolle der Medien in Zeiten von Corona geübt hatte, räumte ein, dass Ironie womöglich ein ungeeignetes Mittel gewesen sei. "Mir fehlt im Moment die Transparenz", erklärte Liefers. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Bundesregierung immer wieder neue Formen des Lockdowns verhänge. "Es gibt nicht nur auf der Seite der Erkrankten Trauer und Leid, sondern auch auf der Seite derer, die unter diesen Maßnahmen womöglich anfangen zu leiden", gab der Schauspieler zu bedenken. "Die sehe ich nicht so richtig vertreten." Auch in diesem Punkt pflichtete ihm Laschet bei.

Ich glaube, dass es berechtigt ist, auch die anderen Opfer der Pandemie einmal zu nennen

Armin Laschet schaut gerade aus
Armin Laschet, CDU-Kanzlerkandidat

Dabei denke er etwa an Kinder, die beim Lernen auf Distanz ins Hintertreffen gerieten, an Suizidgefährdete und an Altenheimbewohner, die einsam sterben mussten.

Dieses Thema im Programm: Radio Bremen Fernsehen, 3nach9, 23. April 2021, 22 Uhr