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Mikael: "Die Beziehung zu meinen Eltern wurde in der Pandemie stärker"

Der Ottersberger pflegt seine Kontakte trotz Kontaktbeschränkungen aktiv. Mit den Eltern sei das Verhältnis sogar noch besser geworden. Mit Freunden spielt er – online.

Die Beine von zwei Freunden, die nebeneinander sitzen, hängen von einer Brücke (Symbolbild)
Mikael festigte in der Pandemie die Beziehung zu seinen Eltern. Bild: Imago | Ikon Images

Mikael aus Ottersberg im Kreis Verden glaubt, einige Beziehungen sind in der Pandemie gefestigt worden. Die Eltern seien die einzigen gewesen, die er noch getroffen habe, weil es halt Familie sei. Jetzt sagt der 30-Jährige: "Ich hatte vorher schon eine gute Beziehung, aber ich glaube, die Beziehung zu meinen Eltern ist gestärkt."

Seine Freundschaften pflegt Mikael aktiv, wenn auch nur online. "Da spielt man eben Gesellschaftsspiele oder schaut zusammen einen Spielfilm online." Er nehme sich was zu Knabbern, je nach Wochentag eine Cola oder ein Bier, dann sei das Filme schauen, als würde man nebeneinander auf dem Sofa sitzen. "Wir zählen bis drei und drücken dann gleichzeitig auf Play oder machen über einen Online-Anbieter eine Watchparty und dann kann einer den Film für alle gleichzeitig starten. Außer, dass man die Person nicht spürbar neben sich hat, geht das einwandfrei."

Montagsmaler, Stadt-Land-Fluss oder Siedler – das sind browserbasierte Gesellschaftsspiele, die kostenfrei im Internet angeboten würden und die er mit seinen Freunden online spielt. Es fehle ihm zwar die Nähe, aber die Beziehungen zu anderen Menschen an sich litten zurzeit nicht. "Wenn ich merke, dass mir jemand fehlt, dann schreibe ich den an, oder ich rufe an und sage: 'Ich musste gerade an Dich denken, wie geht’s Dir?'"

Abends immer jemand da – online

Auch von Streit um das Thema Corona sei er bislang verschont geblieben. "Ich habe ich unglaublich viel Glück, dass mein Freundeskreis größtenteils derselben Meinung ist wie ich." Und doch sei die Pandemie Gesprächsthema Nummer eins: "Es ist viel Corona, wir reden aber auch über den Garten. Meine Eltern und ich haben einen Garten, darüber tauschen wir uns aus. Aber es viel Corona."

Dass die Freunde für ihn da sind, ist wichtig für Mikael. Er wohnt allein. "Das ist gut, wenn ich weiß, ich bin abends mit Freunden verabredet und muss einfach dafür den PC anschalten und habe immer jemanden, mit dem ich reden kann, auch über unangenehmen Dinge, die mir am Tag vielleicht passiert sind. Das Reden geht ja auch beim Spielen, ganz nebenbei."

Eine schönes Erlebnis der jüngsten Zeit war dann aber doch nicht online, sondern im echten Leben: "Ich bin letztens über einen Wochenmarkt gelaufen – und das für mich ein Highlight."

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Eine Grafik die zur Navigation dient. In Kreisen sind die einzelnen Zitatgeber bzw. Symbolbilder dargestellt. Versöhnung mit der Schwester Corona-Streit: Pit vermisst seinen Freund Wir schreibenwieder Briefe Ich bin isoliert Man muss sich auch mal trennen können Ich breche keine Kontakte ab Ich verstehe die Diskussionskultur nicht Meine Schwiegermutter driftet ab Die Beziehung zu den Eltern ist stärker Manchmal muss es einfach mal krachen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Birgit Reichardt Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnnen, 14. Mai 2021, 19:30 Uhr