Kommentar

Silvester ohne Feuerwerk: Bremen braucht kein plattes Böllerverbot

Jetzt fällt auch das Silvesterfeuerwerk aus. Für viele ist es ein Highlight des Jahres. Unser Online-Redaktionsleiter Thorsten Reinhold hat da eine Idee.

Von einem Schiff an der Bremer Schlachte steigen Raketen in den Himmel
Ein offizielles Feuerwerk – wie hier an der Bremer Schlachte – könnte einige Menschen über das Böllerverbot hinwegtrösten. Bild: Imago | Michael Bahlo

Das Coronajahr hat uns allen schon viel zugesetzt. Jetzt ist die Politik auch noch am Jahresende Spielverderber und verbietet das Feuerwerk. Nur noch Knallerbsen und Tischfeuerwerk? Muss das wirklich sein? Ich finde nicht. Deshalb nur mal so als Idee: Bremen und Bremerhaven organisieren jeweils zentrale Feuerwerke, an geheimen Orten, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Das hätte gleich mehrere Vorteile: 

  • Die Politik steht nicht als Spielverderber da. 
  • Die Feinstaubbelastung dürfte deutlich geringer sein als sonst.
  • Die Zündschnur der Gegner jeglicher Corona-Maßnahmen wird gekappt.
  • Wir alle haben zum Jahreswechsel ein bisschen Normalität.

Kinder haben genug unter der Pandemie gelitten

Ich denke dabei vor allem an unsere Kinder. Haben wir nicht zigfach in diesem Jahr gehört, dass Kinder und Jugendliche schon genug unter der Pandemie gelitten haben? Wollten wir sie nicht besser schützen? Von Weihnachten als ein weiteres Highlight bleibt im Corona-Jahr auch nur eine Lightversion. Warum jetzt also auch noch das Feuerwerk wegnehmen? 

Statt eines platten Verbotes könnten wir kreativ eine lieb gewonnene Tradition beibehalten. 

Thorsten Reinhold, Online-Redaktionsleiter

Wenn ich in den sozialen Netzwerken die Reaktionen auf das Böller- und Feuerwerksverbot in Bremen sehe, lese ich oft etwas wie: "Jetzt nehmen sie uns auch noch diese Freude." Oder: "Ein paar Raketen am Himmel zum Jahreswechsel hätte ich schön gefunden." Und es gibt auch die, die das Verbot längst überfällig finden, weil dadurch die Luft sauberer ist, Tiere weniger verängstigt sind und auch weniger Menschen mit Verbrennungen, Augenverletzungen oder Hörschädigungen im Krankenhaus landen. Ein Dilemma. Ich kann beide Seiten verstehen.

 Ein Feuerwerk als Dankeschön

Ich finde es richtig, dass das ohnehin an der Belastungsgrenze arbeitende Krankenhauspersonal durch unvorsichtige Silvesterknallerei nicht noch weiter belastet wird. Ich finde es richtig, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Ich finde es aber falsch, den Feuerzauber am Silvesterhimmel komplett zu streichen. Statt eines platten Verbotes könnten wir kreativ eine lieb gewonnene Tradition beibehalten.   

Deswegen, liebe Politiker und Politikerinnen: Nehmt die Menschen mit und gebt ihnen als Dankeschön fürs Mitmachen und Einhalten der Corona-Maßnahmen ein bisschen Spaß zum Jahresende. Im Übrigen wäre das völlig coronakonform unter Berücksichtung der AHA-Regel, denn das Feuerwerk kann ich mir von zuhause aus angucken. 

So reagieren die Menschen in Bremen auf das Böllerverbot an Silvester

Video vom 22. Dezember 2020
Das Silvesterfeuerwerk an der Schlachte
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Thorsten Reinhold Redaktionsleiter

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. Dezember 2020, 19:30 Uhr