So schützen Sie sich vor Betrügern beim Online-Einkauf

Audio vom 22. September 2021
Ein Mann schaut auf Bildschirme, auf denen das Ebay-Kleinanzeigenlogo zu sehen ist (Symbolbild)
Bild: Imago | Imagebroker/Joko
Bild: Imago | Imagebroker/Joko

Betrugsfälle im Warenbereich sind im vergangenen Jahr in Bremen stark gestiegen – besonders auf Online-Portalen. Wir erklären die gängigen Maschen und wie Sie sich davor schützen.

Ebay-Kleinanzeigen, Kleiderkreisel oder auch Facebook – immer häufiger wechseln Waren über Online-Portale ihren Besitzer. Das nutzen Betrüger aus: Die Bremer Polizei verzeichnete einen Anstieg von 70 Prozent der Fälle im Vergleich zum Vorjahr.

Welche Maschen verfolgen die Betrüger?
Die Maschen sind vielfältig, die Verbraucherzentrale Bremen warnt besonders vor Betrügern, die sich als Kurier-Fahrer ausgeben. Dabei gibt der Betrüger sich als Käufer aus und vereinbart, dass die Ware über einen Kurier-Fahrer abgeholt werden soll. Auch das Geld soll angeblich über einen Kurier-Fahrer übergeben werden. Doch hier sollten Sie aufpassen: Der Betrüger gibt sich selbst als Kurier-Fahrer aus um den Artikel abzuholen, mögliche Versandbestätigungen über den Geldtransfer sind gefälscht. Der Artikel ist weg – das Geld kommt nie beim Verkäufer an.
Bei einer weiteren Betrugsmasche, vor der die Verbraucherzentrale warnt, nutzen die Betrüger die Unwissenheit über Paysafe-Karten als Bezahlmethode: Hierbei gibt sich der Betrüger als Verkäufer aus und bittet den Käufer um eine Bezahlung über eine Paysafe-Karte.

Verkäufer, die unbedingt mit mir verhandeln wollen, dass ich Paysafe Karten einsetze, das kann man machen. Ich sollte aber im Vorhinein kein Foto von der Paysafe Karte mit dem Pin schicken, weil dann kann er die Paysafe-Karte schon einlösen.

Mathias Hufläufer, Verbraucherzentrale Bremen e.V.

Häufig nutzen Betrüger auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von anderen aus. Sie überreden beispielsweise Käufer der Einfachheit halber das Verkaufsgesräch zu verlegen, weg von dem Online-Portal auf einen Messenger-Dienst, Telefon oder E-Mail. Für die Bezahlung bittet der Betrüger den Käufer auf Bezahldienste mit Käuferschutz (wie PayPal "Artikel bezahlen" oder bei Ebay Kleinanzeigen "Sicher bezahlen") zu verzichten und stattdessen zum Beispiel eine Überweisung zu tätigen. Dort haben Sie keinen Käuferschutz. Der Artikel kommt nie an und das Geld zurückzubekommen wird sehr schwer.

Wie schützt man sich am besten vor Betrügern?
Vor dem Kauf sollte das Profil des Käufers oder Verkäufers genau angeschaut werden. Sieht das Profil seriös aus und wie lange existiert es schon? Besteht das Profil erst seit kurzem und ist das Angebot zu günstig um wahr zu sein, dann kann es sein, dass es sich um einen Betrüger handelt.

Ebay kontrolliert auch die Chats und sieht, wer da Geschäfte macht. Sinnvollerweise soll man auf der Plattform bleiben und sich nicht auf eine andere Plattform oder Kommunikation via Mobilfunk-Telefon locken lassen. Weil dann kann Ebay nicht mehr sehen, wer verhandelt da mit mir und das schützt einen auch.

Mathias Hufländer, Verbraucherzentrale Bremen e.V.

Betrüger haben wenig Zeit, schließlich werden sie häufig von Verkaufsplattformen gesperrt und Warnhinweise verschickt. Lassen Sie sich nicht mit Aussagen wie "ich habe schon fünf weitere Anfragen, gleich ist es weg" unter Druck setzten und geben Sie auch traurigen Geschichten wie "meine Oma ist krank, ich brauche jetzt sofort das Geld" nicht nach.

Wichtig ist auch auf sichere Bezahlung zu achten. Nutzen Sie eine Zahlungsmethode mit "chargeback" Funktion. Bei der Bezahlung über zum Beispiel PayPal, achten Sie darauf, dass der Käuferschutz greift. Wählen Sie dafür "Artikel bezahlen". Über „Geld an Freunde und Familie verschicken“ haben Sie keinen Käuferschutz. Wenn möglich, bevorzugen Sie die persönliche Übergabe gegen Barbezahlung.

Was tun, wenn Sie doch einmal betroffen sein sollten?
Auch hier hat die Polizei Bremen eine Empfehlung. Sollte das Geld bereits überwiesen worden sein, sollten Sie umgehend die Bank informieren. Vielleicht lässt sich die Zahlung noch rückgängig machen. Speichern Sie die Chats, E-Mails, Kaufverträge, Bestellbestätigung und weiteres zu Ihrem Online-Kauf ab und sichern Sie so die Beweise. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, die gesicherten Beweise helfen bei einer schnellen Aufklärung.

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Autorin

  • Stella Vespermann Volontärin

Dieses Thema im Programm: Bremen Next, 22. September 2021, 16:40 Uhr