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Keine Weihnachtsgeschenke? So wirken sich Lieferengpässe in Bremen aus

Eine Passantin sitzt mit ihren Einkaufstüten auf einer Sitzbank in der Innenstadt.
Trotz der Lieferengpässe im Handel wird es im Weihnachtsgeschäft genügend Waren geben. (Symbolbild) Bild: DPA | Marcus Brandt

Vom Rennrad bis zur Spielekonsole: Wegen der Lieferengpässe wird nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen. Doch mit diesen Tipps können die Weihnachtseinkäufe gelingen.

325 Euro wollen die Deutschen in diesem Jahr pro Kopf für Weihnachtsgeschenke ausgeben, wie die Marktforscher von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichten. Das Problem: In Bremen, Bremerhaven und anderen Städten droht der Nachschub in den Geschäften knapp zu werden. Und dem Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) zufolge gaben im November 60 Prozent der Einzelhändler an, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden können. "Die Produktauswahl wird zu Weihnachten und lange danach eingeschränkt sein", sagt der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Die gute Nachricht: Insgesamt ist die Zahl der Firmen mit Nachschubproblemen zuletzt leicht gesunken. Doch noch immer ist die Not in einigen Branchen laut Ifo-Studie groß – so berichten beispielsweise 89,6 Prozent aller Fahrradhändler über Lieferengpässe.

Lieferengpässe im Handel

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"Die Situation ist vor allem für spezielle Kundenwünsche schwierig", sagt Ralf Zeiseweis, Niederlassungsleiter von Zweirad-Stadler in Bremen. Wenn sich beispielsweise heute jemand ein Fahrrad konfigurieren lasse und da geblümte Maikäferchen auf dem Rahmen haben wolle, wäre das problematisch. Für normale Tourenräder, Mountainbikes, Kinderräder oder E-Bikes gelte das aber nicht. Hier gibt Zeiseweis Entwarnung.

Wer bei uns reinkommt, findet einen vollen Fahrradladen vor.

Ralf Zeiseweis, Niederlassungsleiter von Zweirad Stadler in Bremen

80 bis 85 Prozent der Räder seien sofort verfügbar. Nur bei Rennrädern sei der Nachschub derzeit knapp. Hier müssten sich Kunden möglicherweise bis Jahresende oder Anfang kommenden Jahres gedulden.

Flexibilität und Gutscheine können helfen

Dass die Schaufenster zu Weihnachten tatsächlich leer bleiben, bezweifelt auch Mathias Hufländer von der Verbraucherzentrale Bremen. Dennoch könne es sein, dass bestimmte Herzenswünsche sich in diesem Jahr nicht erfüllen ließen. "Es kann dann schon sein, dass die Playstation oder das Fahrrad in British Racing Green nicht mehr zu haben ist", sagt Hufländer. Hier sei Flexibilität gefragt. Wenn es sich um ein Kinderfahrrad handele, sollten sich die Eltern mit dem Kind im Vorfeld auf verschiedene Farben einigen, damit es nicht zu Enttäuschungen komme.

Es könne auch eine Alternative sein, Gutscheine zu verschenken – dies gelte für Fahrräder ebenso wie für Unterhaltungselektronik oder andere Geschenke.

Kunden sollten vergleichen

Darüber hinaus sollten Kunden hohe Preise trotz der Engpässe im Vorweihnachtsgeschäft nicht klaglos hinnehmen, sagt Hufländer. "Wenn eine Waschmaschine oder der Wunschfernseher 300 Euro mehr kosten soll als beim Online-Händler, dann kann ich beim stationären Händler auch mal nachfragen, ob er da nicht noch was dran machen kann."

Bei allzu verlockenden Angeboten im Internethandel sollten Verbraucher hingegen stutzig werden, sagt Hufländer. Denn selbst wenn ein Produkt online sehr günstig sei, heiße das nicht, dass es auch kurzfristig lieferbar sei. Sollten Kunden merken, dass ein Produkt die im Netz zunächst angekündigten Lieferzeit von beispielsweise drei bis vier Tagen überschreite, reiche eine schlichte Textnachricht an den jeweiligen Händler, um den Kauf bis zu vierzehn Tage nach Abschluss zu widerrufen. "Das ist bei Fernabsatzgeschäften, zu denen Online-Käufe zählen, gesetzlich so festgelegt", sagt Hufländer.

Er rät im Netz zudem zum Kauf per Rechnung und Einzugsermächtigung. Auch Kreditkartenzahlungen könnten im Zweifel rückgängig gemacht werden.

Keinesfalls sollten Kunden beim Kaufpreis in Vorleistung gehen.

Mathias Hufländer, Verbraucherzentrale Bremen

Bei einer Überweisung sei das Geld hingegen nicht mehr zurückzuholen, sagt der Rechtsexperte. Erst jüngst habe er ein Gespräch mit einem Kunden gehabt, der bei einem Internethändler seinen Traum-Camcorder 300 Euro günstiger gesehen habe. "Kurz nachdem er den Kauf abgeschlossen hatte, bekam er eine Warnung von Amazon", sagt Hufländer. Er solle die Ware auf keinen Fall bezahlen, da es sich um einen Fake-Verkäufer handele, der inzwischen gesperrt sei. "Das Glück des Kunden war, dass er noch nicht gezahlt hatte."

Warum dieses Jahr die Weihnachtsgeschenke in Bremen knapp sind

Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. Oktober 2021, 19:30 Uhr