Bremens Giftmischerin im Kino – und fast für den Oscar nominiert

Bild: GeekFog Media

Die legendärste Kriminelle in Bremens Geschichte ist in den Kinos zu sehen: Gesche Gottfried in einem eigenen Film. Beinahe wäre er sogar für den Oskar nominiert worden.

15 Menschen soll Gesche Gottfried vergiftet haben. Unter anderem ihre Eltern, ihre drei Kinder und ihren Bruder. Sie wurde dafür 1831 im Alter von 45 Jahren als Serienkillerin hingerichtet. Das ist der Stoff, aus dem Filme gemacht werden.

Genau das ist nun auch geschehen: "Effigie – Das Gift und die Stadt" heißt der Streifen, der am Donnerstag bundesweit in die Kinos gekommen ist, nachdem er am Mittwoch Premiere in der Bremer Schauburg gefeiert hatte.

Die wahre Geschichte der Mörderin

Ein Stein mit einem Kreuz darauf im Straßenpflaster.
Unehrenhafte Erinnerung an Gesche Gottfried: Der Bremer Spuckstein. Bild: Radio Bremen

Das Drehbuch basiert auf originalen Akten, die erst 1988 zum Vorschein gekommen sind. Der Film "Effigie – das Gift und die Stadt" begleitet die Protokollantin Cato Böhmer und Untersuchungsrichter Franz Friedrich Droste bei dem Versuch, die Täterin zu überführen.

Der Film stellt die These auf, dass Gottfried die Morde beging, um selbst bemitleidet zu werden. Niemand traute der freundlichen, hilfsbereiten Frau mit dem Beinamen "Engel von Bremen" solche Taten zu. Ihrem Charme soll zeitweise sogar der Untersuchungsrichter erlegen sein.

Independent-Produktion ist bereits preisgekrönt

Schon vor dem Kinostart sahnte der Film diverse Preise ab – teils für die beste Regie, die beste Hauptdarstellerin, das beste Kostümdesign oder auch die beste Filmmusik. Und auch als bester historischer Spielfilm. Viel Ehre für den Regisseur Udo Flohr, dabei ist es sein Debütfilm.

2019 schaffte es die Low-Budget-Produktion sogar als deutscher Beitrag in die Vorauswahl für den besten ausländischen Film für die Golden Globes und auch für die Oscars. Letztlich verpasste der Film aber eine Nominierung.

Zweiter Anlauf durch Pandemie

Seine eigentliche Premiere feierte der Film schon im September 2019 auf dem Filmfest Bremen und lief im Oktober 2020 auch in einigen US-Kinos. Das war Voraussetzung, um für die dortigen Kinopreise ins Rennen geschickt zu werden.

Doch hier wie auch dort war 2020 nicht das beste Kinojahr, bedingt durch die Pandemie und den daraus resultierenden Lockdowns. Und so nimmt der Film jetzt einen zweiten Anlauf.

Erster Film und schon ein Erfolg: "Effigie"-Regisseur erzählt

Bild: Radio Bremen

Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. Januar 2022, 19:30 Uhr