Gas könnte in Bremen schon bald noch teurer werden

Kind mit 5 Euro Schein

EWE kündigt steigende Gaspreise an

Bild: DPA | photothek | Ute Grabowsky
  • SWB-Mutterkonzern EWE erwartet Preissteigerungen infolge des Ukraine-Krieges
  • EWE-Chef warnt: Gas-Lieferstopp würde Deutschland hart treffen
  • Energieversorger denkt über Laufzeit-Verlängerung von Kohlekraftwerk nach

Der regionale Energieversorger und SWB-Mutterkonzern EWE stimmt seine Kunden angesichts der Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine auf weitere Preissteigerungen ein. Gas und Strom seien in den vergangenen Monaten um ein Vielfaches teurer geworden. EWE werde die Preisentwicklung letztlich an die Kunden weitergeben müssen, sagte EWE-Vorstandschef Stefan Dohler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Wir wollen das aber so moderat mit Augenmaß tun, wie wir es irgendwie können. Wir wollen uns nicht daran reich machen. Wir müssen aber auch unser Unternehmen schützen und wirtschaftlich agieren.

Stefan Dohler, EWE-Vorstandsvorsitzender

Preise wurden 2022 schon einmal angehoben

In diesem Jahr hatte der Konzern die Preise für Gas und Strom bereits einmal deutlich angehoben. Beim Strom solle aber jetzt zunächst die Abschaffung der EEG-Umlage von 3,72 Cent pro Kilowattstunde zum 1. Juli "eins zu eins" an die Kunden weitergegeben werden.

Dohler machte klar, dass es jetzt vor allem darum gehe, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und sich auf alle Szenarien vorzubereiten. "Die enorme Abhängigkeit von einem Anbieter wie Russland ist ein Fehler und darf sich nicht wiederholen. Aktuell wäre ein Lieferausfall bei Gas für Deutschland nicht zu kompensieren." Ein sofortiger Lieferstopp würde Deutschland sehr hart treffen. Bei EWE tagt täglich ein Krisenstab, um die aktuelle Situation zu analysieren.

EWE beim Aufbau eines LNG-Terminals involviert

Zu den Szenarien gehört für EWE auch, darüber nachzudenken, ob das Kohlekraftwerk in Bremen nicht wie bisher geplant im Sommer 2023 stillgelegt wird, sondern eventuell noch einige Jahre darüber hinaus genutzt werden soll. Auch Flüssigerdgas (LNG) sei eine Alternative zu russischen Erdgas. EWE ist in die vom Land Niedersachsen initiierte Task-Force zum beschleunigten Aufbau und Anbindung des LNG-Terminals in Wilhelmshaven direkt eingebunden.

Die EWE AG versorgt nach eigenen Angaben im Nordwesten Deutschlands, in Brandenburg und auf Rügen sowie in Teilen Polens rund 1,4 Millionen Privat- und Firmenkunden mit Strom. Dazu kommen 0,7 Millionen Erdgaskunden sowie rund 0,7 Millionen Kunden bei Telefon und Internet. Das 9.500 Mitarbeiter zählende Unternehmen gehört 21 Städten und Landkreisen in Nordwestdeutschland. Seit Frühjahr 2020 hält der Infrastruktur-Investor Ardian 26 Prozent der Anteile.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 28. April 2022, 15 Uhr