Bremen setzt wegen Corona Freiheitsstrafen bei geringen Vergehen aus

Der Haupteingang der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bremen.

Bremen setzt wegen Corona Freiheitsstrafen bei geringen Vergehen aus

Bild: DPA
  • Justizressort will Infektionsgefahr in Gefängnissen reduzieren
  • Vorerst keine Haft als Ersatz für Geldstrafen
  • Haftstrafen werden im April nachgeholt

Wer seine Geldstrafe nicht zahlen kann und deshalb eigentlich in ein Bremer Gefängnis muss, bekommt jetzt bis Ende März Aufschub. Sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen werden ausgesetzt, teilte das Justizressort auf Anfrage von buten un binnen mit.

Wir setzen die Ladungen zum Antritt von Ersatzfreiheitsstrafen aufgrund des zunehmend dynamischen Infektionsgeschehens aus.

Stephanie Dehne, Sprecherin Justizbehörde

Mit dem Schritt will die Behörde die Gefahr verringern, dass von außen Corona-Infektionen in die Gefängnisse eingetragen werden.

Die Menschen, die ersatzweise ins Gefängnis müssten, blieben oft nur eine kurze Zeit, sagte Dehne: "Teilweise sind sie nicht geimpft, oder das ist schwer zu kontrollieren. Das wollen wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht." 

Um wie viele Fälle es genau geht, konnte Dehne nicht sagen. Sofern es die Corona-Lage zulässt, sollen die Ladungen zum Haftantritt dann im April verschickt werden, sagte Dehne. Schon im Herbst 2020 waren die Ersatzfreiheitsstrafen wegen der Corona-Pandemie für einige Monate ausgesetzt worden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 26. November 2021, 16 Uhr