Mehr Aufwand, weniger Einnahmen: Einzelhandel wegen 2G-Regeln in Sorge

Frau mit Einkaufstüte

Bremer Einzelhandel kritisiert geplante 2G-Regelung

Bild: Imago | Michael Bahlo
  • Mehr Aufwand und wenig Einnahmen für Einzelhändler
  • Centermanagerin des Weserparks befürchtet sogar Insolvenzen
  • Vertreter des Einzelhandels haben kein Verständnis für die geplante 2G-Regel

Der Einzelhandel in Bremen reagiert mit Unverständnis auf die neuen Corona-Maßnahmen. Möglicherweise schon ab Montag soll die 2G-Regel in allen Geschäften gelten, die keine Waren des täglichen Bedarfs verkaufen. Wie die Maßnahme genau umgesetzt und kontrolliert werden soll, berät nun der Bremer Senat.

Es sei völlig unverständlich, dass der Einzelhandel nun wieder Opfer bringen müsse, findet der Vorsitzende der Bremer City-Initiative, Stefan Storch. Er rechnet durch die 2G-Kontrollen mit einem erheblichen Mehraufwand und deutlich weniger Kundinnen und Kunden. Monika Mehrtens, Centermanagerin des Weserparks, befürchtet in diesem Winter sogar weitere Insolvenzen.

Alle haben gehofft, sich in diesem Winter und in diesem Weihnachtsgeschäft ein bisschen – ja noch nicht mal Speck anzufressen – sondern einfach wieder auf das normale Niveau zu kommen. Und ich glaube schon, wenn wir jetzt wieder Einschränkungen haben werden, dass manche das nicht durchstehen.

Monika Mehrtens, Centermanagerin des Weserparks

Karsten Nowak, Geschäftsführer Einzelhandel bei der IHK Bremen, fordert einen Ausgleich für die Händler. Außerdem appelliert er an die Politik, pragmatische Regelungen zu finden, die für den Einzelhandel umsetzbar sind. Und diese möglichst schnell zu kommunizieren: "Das geht bei den personellen Belastungen los, geht aber auch über die Frage, ob sich das nicht wieder sehr deutlich in den Umsatzzahlen niederschlägt, wovon ich ausgehe. Das heißt diese Belastung müssen natürlich aufgefangen werden."

Bovenschulte verteidigt 2G im Einzelhandel

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) äußerte im Interview mit Bremen Eins Verständnis für die Sorgen der Einzelhändler, sagte aber auch: "Wir haben eine sehr schwierige Situation. Es droht in bestimmten Regionen die Überlastung des Gesundheitssystem oder sie ist sogar schon eingetreten. Wenn man in dieser Situation handeln muss, muss man schauen, was sind mögliche Maßnahmen und was sind die mildesten Maßnahmen. Die Alternative zu 2G im Einzelhandel wäre irgendwann sonst möglicherweise der Lockdown für alle und das wäre noch viel schlimmer für die Geschäfte." Außerdem, so der Bürgermeister, biete 2G Geimpften und Genesen so auch einen sicheren Rahmen zum Einkaufen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Morgen, 3. Dezember 2021, 7 Uhr