Bremens neues Corona-Warnstufen-System: Was bei welcher Warnstufe gilt

Bremer Roland mit Mund-Nasen-Maske auf dem Marktplatz in Bremen. (Bildmontage)
Von 0 bis 3 – das sind die aktualisierten Corona-Warnstufen. Bild: Imago/Winfried Rothermel | Montage Radio Bremen

Das Land Bremen hat wegen Omikron sein Corona-Warnstufen-System erweitet. Neu ist die höchste Warnstufe, Stufe 4. Die Regeln der einzelnen Stufen im Überblick.

In allen Stufen (0-4) besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung: im öffentlichen Personenverkehr, in Geschäften, in geschlossenen Räumen wie Supermärkten und bei genehmigungspflichtigen Großveranstaltungen ab 1.000 Personen. Für Großveranstaltungen, die den Zutritt nach der 2G- oder 2G-Plus-Option umsetzen, bei denen also nur Geimpfte und Genesene – optional mit tagesaktuellem Test – Zutritt haben, gilt keine Maskenpflicht. Im Einzelnen:

Das gilt bei Warnstufe 0

Bei Warnstufe 0 liegt die Hospitalisierungsinzidenz nun zwischen 0 und 1,5. Das bedeutet, es sind zwischen null und statistisch gesehen 1,5 Personen pro 100.000 Einwohnern mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus.

  • Abstand: Der Senat empfiehlt grundsätzlich, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten, an die Hygiene zu denken und geschlossene Räume regelmäßig zu lüften.
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Personenverkehr und im Einzelhandel. Dazu gehören unter anderem Super- und Baumärkte sowie Bekleidungsgeschäfte.
  • Veranstaltungen: Es gibt keine Kapazitätsbeschränkungen für Veranstaltungen. Verantwortliche einer Veranstaltung müssen ein Hygiene- und Schutzkonzept vorlegen.

Bei Großveranstaltungen ab 1.000 Teilnehmern müssen die Veranstalter sich eine Genehmigung der zuständigen Behörden holen. Zusätzlich gilt hier grundsätzlich die 2G-Regel.

Das gilt bei Warnstufe 1

Bei Warnstufe 1 liegt die Hospitalisierungsinzidenz zwischen 1,5 und 3. 

  • Abstand: Der Senat empfiehlt auch hier grundsätzlich, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten, an die Hygiene zu denken und geschlossene regelmäßig Räume zu belüften.
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Personenverkehr und im Einzelhandel.
  • Veranstaltungen: Ab jetzt gilt grundsätzlich die 3G-Regelung in öffentlich zugänglichen Innenbereichen: Getestet, Geimpft oder Genesen.

Bei Großveranstaltungen ändert sich nichts zur Stufe 0: Ab 1.000 Teilnehmern gilt die 2G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte und Genesene). 

Das gilt bei Warnstufe 2

Bei Warnstufe 2 liegt die Hospitalisierungsinzidenz zwischen 3 und 6. 

  • 2G-Regel: Im Innenbereich von Veranstaltungen, Gastronomie, Kultureinrichtungen und Sportstätten gilt 2G. Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene.
  • Abstand: Es muss außerhalb der eigenen Wohnung ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Davon ausgenommen sind:
  1. Enge Familienangehörige und alle Angehörigen eines Hausstandes
  2. Zusammenkünfte zweier Hausstände oder von bis zu zehn Personen aus verschiedenen Hausständen, wobei Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren ausgenommen sind
  3. Einrichtungen oder Veranstaltungen, für die der Zutritt nach dem 2G-Zugangsmodell geregelt ist
  4. die Ausübung von Sport
  5. die Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege
  6. der Unterricht und die Betreuung an Schulen, soweit das Kohortenprinzip vorgesehen ist
  7. die Teilnahme am Lehrveranstaltungen und Prüfungen sowie die Nutzung von Lernplätzen der Hochschulen, der Staats- und Universitätsbibliothek sowie der Hochschule für Öffentliche Verwaltung
  8. bei körpernahen Dienstleistungen sowie von Handwerksleistungen, bei denen ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann, sind erlaubt, wenn entsprechende Hygienemaßnahmen getroffen werden
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Personenverkehr und in geschlossenen Räumen von Verkaufsstätten. Außerdem besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in sonstigen geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind, soweit kein geeignetes Schutz- und Hygienekonzept vorliegt. Geschlossene Räume mit Kundenverkehr sind beispielsweise Friseure, Ämter und Flure von Mehrparteienhäusern. Die Maskenpflicht gilt nicht für Einrichtungen oder Veranstaltungen, die den Zutritt nach der 2G- oder 2G-Plus-Option umsetzen.
  • Veranstaltungen: Für Veranstaltungen unter 2G gibt es keine Kapazitätsbeschränkung. Veranstaltungen mit mehr als 1.000 gleichzeitig anwesenden Teilnehmern sind aber genehmigungspflichtig. Es muss ein Hygiene- und Schutzkonzept vorgelegt werden.

Das gilt bei Warnstufe 3

Bei Warnstufe 3 ist die Hospitalisierungsinzidenz größer als 6. 

  • 2G-Plus-Regel: Im Innenbereich von Veranstaltungen, Gastronomie, Kultureinrichtungen und Sportstätten gilt 2G. Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene. In Diskotheken, Bars oder auf öffentlichen Feiern, wie beispielsweise ein Schützenfest in einem Innenraum, muss zusätzlich ein negatives Testergebnis vorgelegt werden.
  • Abstand: In den Stufen 2 und 3 muss außerhalb der eigenen Wohnung ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Die Ausnahmen aus Stufe 2 gelten weiterhin.
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske (seit 1. Januar) im öffentlichen Personenverkehr und einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung oder einer FFP2-Maske im Einzelhandel sowie in allen weiteren Innenräumen.

Der Senat kann abhängig von der Lage weitere Einschränkungen festlegen.

Das gilt bei Warnstufe 4

Bei Warnstufe 4 ist die Hospitalisierungsinzidenz größer als 9.

Beim Wechsel in Warnstufe 4 ergeben sich zwei Veränderungen:

  • Die Anwendung der 2G-Plus-Regel wird deutlich ausgeweitet und umfasst alle Einrichtungen, in denen in Warnstufe 1 die 3G-Regel und in Warnstufe 2 die 2G-Regel gilt
  • Außerdem wird in Warnstufe 4 die 3G-Regel beim Besuch von Landes- und Kommunalbehörden eingeführt
  • Die 2G-Plus-Regel gilt:
  • beim Betreten eines Krankenhauses zu Besuchszwecken
  • beim Besuch beispielsweise von Betrieben der Gastronomie, Clubs, Spielhallen, Museen, Theatern, Kinos, Saunen, Fitnessstudios, Schwimmbädern, Sportanlagen, Messen, Flohmärkten und ähnlichen Veranstaltungen, Indoor-Spielplätzen (nur erwachsene Begleitpersonen), Kletterhallen, jeweils in geschlossenen Räumen
  • bei der Teilnahme an Veranstaltungen, ausgenommen religiöse Veranstaltungen, und Festen in geschlossenen Räumen außerhalb der eigenen Wohnung
  • bei der Erbringung oder Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen, soweit diese nicht medizinisch notwendig sind
  • bei der Ausübung von Sport in geschlossenen Räumen von Sportstätten, ausgenommen ist der Schulsport
  • beim Aufenthalt in Beherbergungsbetrieben bei erstmaliger Anreise und zweimal je Woche bei mehrtägigem Aufenthalt

Ausnahmen gelten:

  1. für Personen in den ersten drei Monaten nach ihrer zweiten Impfung und für alle mit Auffrischungsimpfung
  2. für Schülerinnen und Schüler bis 16 Jahre. Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren können anstelle eines negativen Coronatests eine Schulbescheinigung vorlegen
  • Als Testnachweis gilt ein negatives Schnelltestergebnis aus einem Testzentrum sowie ein negativer PCR-Test. Der Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, der PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Schnelltests im Rahmen eines betrieblichen Testkonzepts gelten ebenfalls als anerkannte Testergebnisse.
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im öffentlichen Personenverkehr und im Einzelhandel für alle Kundinnen und Kunden ab 16 Jahren (ab 10. Januar). In Geschäften des täglichen Bedarfs (vor allem Lebensmittelhandel) gilt dies erst ab dem 24. Januar 2022.
  • Veranstaltungen: Wenn die Inzidenz von 350 überschritten ist, dürfen bei privaten Feiern und Zusammenkünften in geschlossenen Räumen maximal 50, unter freiem Himmel maximal 200 Personen zusammenkommen.

So wird die Hospitalisierungsrate in Bremen und Bremerhaven berechnet

Bild: DPA | Marijan Murat

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Januar, 19.30 Uhr