Bremer Hausärzteverband kritisiert Verteilung der Corona-Impfstoffe

  • Bremer Hausärzteverband fordert mehr Biontech-Impfstoff
  • Es sei nicht sinnvoll, die Lücke mit AstraZeneca aufzustocken
  • Praxen fordern Planungssicherheit
Eine Hausärztin impft eine ältere Patientin gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff von Biontech
Hausärzte würden gerne mehr Impfstoff von Biontech bekommen, da dieser allen Patienten gespritzt werden kann. Bild: DPA | Christoph Schmidt

Auch der Bremer Hausärzteverband kritisiert, dass die Praxen nicht genug Biontech-Impfstoff vom Bund bekommen. Nach Ansicht des Verbandes ist es auch nicht sinnvoll, diese fehlenden Biontech-Dosen mit AstraZeneca aufzustocken. Ähnlich hatte sich auch der Deutsche Hausärzteverband geäußert.

Hausärzte fordern Planungssicherheit

Der Bremer Hausärzteverband sieht mehrere Probleme mit den Impfstofflieferungen des Bundes: Zum einen wüssten die Ärzte nicht genau, wieviel wirklich geliefert werden kann. Dazu komme: In der kommenden Woche sollen die Praxen dann jeweils zur Hälfte mit AstraZeneca und Biontech-Impfdosen beliefert werden.

Der Bremer Hausärztechef Mühlenfeld hält es für sinnvoller, wenn die Hausärzte je nach Bedarf bestellen können und dann auch gesichert beliefert werden. "Das heißt, wenn ich Patienten habe, die Astra haben möchten, dass ich dann ausreichend Astra auch bekomme, aber es macht keinen Sinn, die Praxen sozusagen zwangszubeliefern mit Astra-Impfstoff. Das ist nicht sinnvoll und führt zu einer weiteren Verknappung des Impfstoffs."

AstraZeneca für Kinderärzte?

Selbst Kinderärzte bekommen laut Mühlenfeld derzeit zur Hälfte AstraZeneca geliefert. Dort staple er sich dann in den Kühlschränken. Kinderärzte können ihn an ihre Patienten und Patientinnen gar nicht verimpfen. Die Impfkommission empfiehlt AstraZeneca nur für Menschen ab 60 Jahren.

Das Bundesgesundheitsministerium hat Kritik der Kassenärzte zurückgewiesen, es käme weniger Impfstoff als verabredet in den Hausarztpraxen an. Laut einer Lieferübersicht vom 12. April, die bunten un binnen vorliegt, waren für die Praxen in den Kalenderwochen 14 und 15 bundesweit je rund eine Millionen Dosen Biontech geplant. In der KW 16 sollen es 460.000 Biontech-Dosen und noch einmal 550.000 von AstraZeneca sein. In der KW 17 liegt die Biontech-Menge für die Hausärzte dann allerdings wieder bei gut 1,1 Millionen Dosen Biontech und 340.000 Dosen AstraZeneca.

Das Bremer Gesundheitsressort betont, dass es jetzt wichtig sei, die anstehenden Zweitimpfungen in den Impfzentren sicherzustellen – auch für diejenigen, die eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben. Dafür würden die Biontech-Impfdosen gebraucht. Darüber hinaus gebe es auch bei den über 60-Jährigen, für die AstraZeneca infrage kommt, einen hohen Beratungsbedarf. "Und die Hausärzte haben betont, dass sie ihre Patienten gut kennen und intensiv beraten können", sagte Fuhrmann.

Rückblick: Wie läuft der Impfstart bei Bremer Hausärzten?

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 14. April 2021, 16 Uhr