Mehr Genossenschaften sollen für günstige Mieten in Bremen sorgen

  • Förderprogramm richtet sich an junge Baugenossenschaften
  • Sie sollen Gegengewicht zu Projekten klassischer Investoren bilden
  • Wohnungen sollen Quadratmeterpreise niedrig halten
Ein Bauarbeiter arbeitet auf dem Dach eines Rohbaus
Zügig und bezahlbar: Von der Förderung der jungen Baugenossenschaften verspricht sich die Landesregierung mehr Wohnraum im unteren und mittleren Preissegment. Bild: DPA | Sven Simon

Der Bremer Senat hat ein Förderprogramm für Baugenossenschaften beschlossen. 2,7 Millionen Euro will er in diesem und nächstem Jahr investieren. Denn Bremen wächst: Etwa 580.000 Einwohner und Einwohnerinnen werden für das Jahr 2030 in Bremen erwartet. Für diese gelte es, zügig bezahlbare und attraktive Wohnräume zu schaffen.

Die Landesregierung will daher mit dem Programm vor allem junge Wohngenossenschaften fördern, die sich erst in den vergangenen vier Jahren gegründet haben. Sie sollen ein Gegengewicht zu den hochkommerziellen Projekten klassischer Investoren bilden, erklärt dazu der Grünen-Politiker Robert Bücking.

Zuschüsse für niedrige Quadratmeterpreise

Bis zu 40.000 Euro Zuschuss pro Wohneinheit können Projekte bekommen, wenn in den Neubauten mindestens 30 Prozent der Wohnungen für einen Quadratmeter-Preis unter 6 Euro 80 vermietet werden. Auch die anderen Wohnungen dürfen nicht sehr teuer sein: 11 Euro pro Quadratmeter ist das Maximum. Die Preise sollen für 40 Jahre gelten.

Die Hoffnung: So könnten schnell Wohnungen in den Stadtteilen entstehen. Der Sozialdemokrat Falk Wagner findet es gut, dass das Förderprogramm nicht nur den sozialen Wohnungsbau in den Blick nimmt, sondern auch im mittleren Preissegment Anreize setzt. Mehr Vielfalt wünscht sich indes die FDP: Der Senat dürfe nicht aus den Augen verlieren, dass es in Bremen einen großen Mangel an bezahlbaren Einfamilienhäusern gibt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Nachrichten, 27. Oktober 2020, 16 Uhr

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