Nadelöhr auf A27 wieder dicht: Lesumbrücke wird am Sonntag gesperrt

Bremens Dauerbaustelle muss bis 17 Uhr gesperrt werden, damit der Fahrplan für die Instandsetzung der A27 eingehalten werden kann. Und der sieht folgendermaßen aus.

Luftbild der Lesumbrücke auf der A27.
Seit Ende 2018 ist die Lesumbrücke einseitig gesperrt. Im kommenden Frühjahr soll das beendet sein. Bild: Radio Bremen

Diese Sperrung folgt dabei dem Prinzip: Es muss erst schlechter werden, damit es besser werden kann. Denn Sie ist nur ein Vorbote der bald beginnenden eigentlichen Sanierung der maroden Brücke. Seit Ende 2018 ist die Brücke auf der Seite von Bremen-Nord in Richtung Süden gesperrt. Im Frühjahr kommenden Jahres soll der Verkehr auf der A27 aber wieder auf beiden Fahrbahnen auf je drei Spuren fließen können.

Gullys machen schlapp

Die gesperrte Lesumbrücke sorgt für viel Stau.
Die Gullys des Standstreifens müssen erneuert werden. Sie hielten der jahrelangen Belastung durch den Verkehr nicht stand. Bild: Radio Bremen

Nun aber geht es erst einmal darum, die Fahrbahn Richtung Bremen-Nord für die kommenden Monate wieder fit zu machen. Denn die Gullys auf dem Standstreifen haben unter dem permanenten Trommelfeuer der Lkw-Achsen gelitten. Sie sind nur darauf ausgelegt, Regen von der Fahrbahn in die Kanalisation zu leiten und ganz selten mal einen Pannen-Pkw aushalten zu müssen. Vor ziemlich genau einem Jahr war genau diese Reparatur schon einmal erforderlich. Außerdem sollen die gelben Fahrbahnmarkierungen erneuert werden, damit sie besser zu sehen sind.

Und dann steht aber auch schon bald der eigentliche Sanierungsakt an: Die Konstruktion wird an ihrer Unterseite durch Stahlplatten verstärkt. Dazu werden von einem Schwimmponton aus etwa 40 Stahlelemente an den überlasteten Stellen der alten Stahl-Konstruktion angebracht. Da das Ganze von unten geschieht, muss die Brücke für die Arbeiten nicht erneut gesperrt werden.

Rund 15 Tonnen Stahl werden so verbaut. Was nach wenig klingt angesichts der Masse der Brücke und den Belastungen durch den Verkehr auf ihr. Und auch in der Tat wenig ist, wie Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) erläutert. Das reiche auch nur aus zwei Gründen: Es ist sehr hochwertiges Material und es muss nicht für die Ewigkeit halten.

Brücke wird in einigen Jahren ersetzt

Im Langtext heißt das: Die Brücke wird bis Ende dieses Jahrzehnts ja komplett erneuert. Jetzt geht es nur darum, sie bis dahin wieder verkehrssicher zu machen. Der Statiker aber unterscheidet dabei danach, ob er auch Materialermüdung mit einrechnen muss. Oder nicht. Und hier gilt "oder nicht". In knapp zehn Jahren merkt der Stahl kaum was. Zudem ist etwa auch besonders hochwertigen Stahl gesetzt worden, um die Materialquerschnitte möglichst klein halten zu können.

Grafik: Bauverfahren des Pontons unter der Lesumbrücke
Auch während der Bauarbeiten bleibt die Lesum nach den Plänen des ASV jederzeit für die Schifffahrt offen. Bild: ASV Bremen

Doch auch die sind teilweise zu schwer, um sie mithilfe eines Spezialkrans anbringen zu können, der oben auf der Brücke stehend einen langen Ausleger mit einer Arbeitsbühne dran unter die Brücke hätte schieben sollen. Daher muss eine Hebebühne auf einen Ponton gestellt werden. Um den sicher positionieren zu können, wird in der Lesum gerade noch eine Untergrunderkundung vorgenommen. Wenn feststeht, dass alles wie geplant erfolgen kann, kann die Sanierung beginnen. Im Frühjahr 2021 soll die Brücke dann wieder fit sein und der Verkehr wieder auf beiden Seiten auf je drei Spuren fließen.

An diesem Sonntag aber gilt erst einmal: Die Autobahn ist von 8 bis 17 Uhr dicht. Eine mit der Bezeichnung "U25" markierte Umleitung über den Burger Heerstraßenzug ist ausgeschildert. Doch die Fahrt wird länger als gewohnt dauern, betont das ASV. Das sollten alle Reisenden im Kopf haben.

Autor

  • Karl-Henry Lahmann

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 22. November 2020, 6:00 Uhr