Dreimal Showdown im Tabellenkeller

Für Werder Bremen zeigt sich in den nächsten drei Partien, ob der Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelingt – denn es geht gegen direkte Konkurrenz.

Florian Kohfeldt gestikuliert leidenschaftlich an der Seitenlinie.
Gibt die Richtung vor: Florian Kohfeldt will in den nächsten Spielen mit den Bremern clever agieren – aber sie sollen mutig auf Sieg spielen. Bild: Imago | Team 2

Florian Kohfeldt ist ein sehr akribischer Trainer. Immer gut vorbereitet, immer im Thema, immer mit seiner Mannschaft beschäftigt. Doch am Freitag erwischte man den Werder-Coach tatsächlich einmal auf dem falschen Fuß. Ungläubig blickte sich Kohfeldt bei der Pressekonferenz nach dem Bildschirm hinter sich um, der die Bundesligatabelle zeigte. "Das wusste ich noch gar nicht", meinte Kohfeldt und lachte. Denn dass seine Bremer Elf gegen alle Mannschaften, die ab Rang zehn geführt sind, in dieser Saison noch nicht verloren hat, war ihm nicht bewusst. "Aber das ist gut, diese Serie soll auch so bleiben."

Florian Kohfeldt schaut sich bei einer Pressekonferenz nach dem Bildschirm mit der Tabelle um.
Lernte am Freitag eine wichtige Werder-Statistik dazu: Florian Kohfeldt. Bild: Andreas Gumz

Erfüllt sich dieser Wunsch, wäre Werder natürlich alle Abstiegssorgen los. Aber am Sonntag beginnen mit dem Heimspiel gegen Wolfsburg erst einmal die Wochen der Wahrheit – dreimal treffen die Bremer auf direkte Konkurrenz aus dem Tabellenkeller. Zunächst die "Wölfe" (13./24 Punkte), danach Freiburg (12./25 Punkte) und dann der Hamburger SV (17./17 Punkte). Zwei der drei Spiele finden im Weser-Stadion statt und "das ist auf jeden Fall ein Vorteil für uns", findet Kohfeldt: "Wir haben immer nur positive Unterstützung von unseren Fans."

Werders Tag der Wahrheit ist am 12. März

Werder rangiert auf Platz 15 mit 20 Punkten. Mit Siegen gegen Wolfsburg und Freiburg wäre der Anschluss ans Mittelfeld geschafft, mit einem Erfolg gegen den Hamburger Erzrivalen noch mehr gefestigt. Im Spielplan ginge es für Werder mit dem Duell gegen Mönchengladbach und dem Heimspiel gegen Tabellenschlusslicht Köln weiter – am 12. März wüssten die Bremer also wohl endgültig, ob es ein entspannter oder brenzliger Saisonendspurt werden wird.

Es bleibt nicht mehr ewig Zeit, sich in der Tabelle zu verbessern. Jetzt kommen Gegner, die alle in ähnlichen Tabellenregionen sind wie wir. Da sollte es unser Anspruch sein, regelmäßig zu punkten. Das ist in unserem Kopf.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

"Sind keine typische Mannschaft aus dem Tabellenkeller"

Thomas Delaney mit Pflaster über der Nase im Pokalspiel gegen Leverkusen.
Voller Einsatz für Werder: Thomas Delaney zog sich im Pokalspiel eine Wunde an der Nase zu. Bild: Imago | Jan Huebner

Es ist bereits der 22. von 34 Spieltagen in der Bundesliga, aber die Werder-Profis haben verstanden, was auf dem Spiel steht. "Im Moment haben wir eine ähnliche Situation wie im vergangenen Jahr", erklärte Werders dänischer Regisseur Thomas Delaney, "wir brauchen jetzt viele gute Spiele hintereinander. In ein, zwei Monaten wollen wir nicht mehr da unten drinstehen." In der vergangenen Rückrunde hatte diese Aufholjagd furios geklappt. Am 21. Spieltag startete Werder seine Super-Serie von elf Spielen ohne Niederlage. Nun hatten die Bremer am vergangenen Spieltag zumindest einen Sieg auf Schalke hingelegt – die Chance auf ein Déjàvu besteht also nach wie vor.

Werders Vorteil: Von allen Teams im Abstiegskampf herrscht bei den Bremern das eindringlichste Gefühl von Aufschwung und einem harmonischen Kollektiv. "Wir sind keine typische Mannschaft aus dem Tabellenkeller", betonte Delaney, "wir spielen offensiven Fußball, wir haben Auswärtssiege geholt und wir sind total optimistisch." Es könnte das richtige Rezept sein im Abstiegskampf und Kohfeldt fasst die Mentalität seiner Mannschaft so zusammen: "Wenn es in der 88. Minute 1:1 steht, dann wollen wir gewinnen." Ob dieser Plan aufgeht, steht wohl spätestens am 12. März fest.

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. Februar 2018, 18:06 Uhr