Selke über Werders Blitz-Transfer: "Hatte nur 10 Minuten zum Packen"

Eben noch Berlin, jetzt mittendrin in Bremen: Davie Selke hatte seit Freitag kaum Zeit, Luft zu holen, doch er stürzt sich voll hinein in den Kampf gegen den Abstieg.

Davie Selke im Fokus bei seiner ersten Werder-Pressekonferenz nach dem Comeback.
Zurück bei Werder: Davie Selke soll als Mittelstürmer unangenehm und präsent im Strafraum sein - so der Wunsch von Trainer Florian Kohfeldt. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Als Davie Selke am Sonntagmorgen den Pressekonferenzraum in den Katakomben des Weser-Stadions betrat, zum ersten Mal seit er Werder Bremen vor fünf Jahren verlassen hatte, da musste der 25-jährige Hüne ein bisschen grinsen. "Das waren wirklich turbulente, intensive Tage. So viel am Telefon war ich in meinem ganzen Leben noch nicht", meinte Selke und schüttelte etwas ungläubig den Kopf: "Alles ging ganz schnell - ich hatte nur zehn Minuten Zeit, um zu packen."

Freitagmorgen war Selke noch in Berlin, mittags landete er in Bremen, mischte nachmittags schon bei Werders Abschlusstraining mit, flog mit der Mannschaft nach Augsburg und fand sich am Samstag in der Startelf wieder. "Das war alles etwas wild", meinte der Mittelstürmer: "Auf einmal stand ich wieder für Werder auf dem Platz."

Guter Draht zu Trainer Kohfeldt

Dennoch sei es in den Tagen zuvor ein Tauziehen gewesen, erzählte Selke. Obwohl Hertha BSC mit zwei kostspieligen Stürmern nachgelegt hatte, wollte man ihn nicht ohne Weiteres nach Bremen ziehen lassen. "Der Impuls ging von mir aus", sagte Selke, "ich hatte das Gespräch mit Herrn Klinsmann und Herrn Preetz gesucht. Ich wollte eine neue Herausforderung und gesicherte Einsatzzeiten."

Doch dann einigten sich beide schließlich, auf ein recht kompliziertes Vertragskonstrukt mit einer 18-monatigen Leihe mit Kaufverpflichtung. "Ich bin froh, dass es geklappt hat", freute sich Selke, "ich habe mich bewusst für Werder entschieden." Dass er unbedingt nach Bremen zurückkehren wollte und die Angebote aus England ausschlug, hatte auch viel mit seinem guten Draht zu Trainer Florian Kohfeldt zu tun. Während Selkes erster Station bei Werder zwischen 2013 und 2015 war Kohfeldt Co-Trainer unter Viktor Skripnik.

Florian und ich kennen uns ja schon länger und verstehen uns gut, wir waren immer im Kontakt. Er musste mich nicht überzeugen. Florian ist ein überragender Trainer, das war er schon damals. Er war da zuständig, uns top auf den Gegner vorzubereiten. Ich habe jetzt die erste Analyse von ihm als Cheftrainer mitbekommen - das war sehr beeindruckend.

Werder-Neuzgang Davie Selke

Selke soll unangenehm und präsent sein

Dass sein Comeback bei Werder anders verlief, als erhofft, davon will sich Selke nicht die Hoffnung nehmen lassen. "Man sieht doch an Hertha, wie schnelllebig alles ist. Da standen wir vor kurzem auch noch weiter unten", meinte Selke, der genau weiß, warum ihn die Bremer zurückgeholt haben: "Unangenehm sein, präsent zu sein vorne in der Box, die tiefen Läufe und wenn ich das positive aus dem Augsburg-Spiel nehme, dann hat es ja mit Nuris überragendem Pass auf mich schon geklappt. Das müssen wir weiter forcieren."

Am Dienstagabend warten im Pokalspiel mit Borussia Dortmund allerdings eine Mannschaft, der momentan alles zu gelingen scheint. Ein Debakel befürchtet Selke jedoch nicht. "Das Weser-Stadion hilft", sagte er: "Ich habe hier mit Werder schon einige Spiele gegen übermächtige Gegner gehabt und wo wir mit den Fans im Rücken tolle Spiele gemacht haben. So müssen wir es auch dieses Mal machen - alles ist möglich."

Zurück zu den Wurzeln: Selke ist wieder bei Werder

Video vom 31. Januar 2020
Davie Selke posiert neben einem weiblichen Fan mit seinem Werder-Trikot in der Hand für ein Foto auf dem Weg vom Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 2. Februar 2020, 19:30 Uhr