Gärtner, Bänker, Lehrer: So kam Werder-Coach Werner noch zum Fußball

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Ole Werner scheint vielseitig talentiert zu sein, zumindest ist seine Vita alles andere als eintönig. Und beruflich schlug er zunächst ganz andere Richtungen ein.

Ole Werner ist 33 Jahre alt, Werder Bremen erst seine zweite Station als Cheftrainer – und dennoch kann der Norddeutsche auf eine bewegte Vita zurückblicken.

Lebenserfahrung besitzt Werner jede Menge, aber auch eine klare Idee von seinem Trainerjob. Keine One-Man-Show, sondern ein Miteinander – das ist sein Mantra.

Man hat als Trainer etwa 50 Leute zu führen und da ist entscheidend, wie man miteinander umgeht. Das ist nie eine One-Man-Show, denn man muss Aufgaben verteilen und denjenigen vertrauen, die die Aufgaben übernehmen. Ich bin darauf angewiesen, dass ich gute Leute um mich herum habe. Wenn man als Trainer erfolgreich ist, dann ist man das nie alleine.

Werder-Trainer Ole Werner

Aber bevor Werner Fußballlehrer wurde, wäre er eigentlich in ganz anderen Berufsfeldern gelandet. Werders Neuer scheint jedenfalls breitgefächerte Fähigkeiten zu besitzen:

1 Seine Leidenschaft zum Fußball

Sport spielte im Hause Werner im schleswig-holsteinischen Preetz immer eine große Rolle und als Kind versuchte sich Ole Werner in allen möglichen Sportarten. Der große Bruder spielte Fußball, da wollte der jüngere natürlich mit und blieb dabei.

Sport generell war meine Leidenschaft. Ich habe viele Sportarten ausprobiert, ob es Rennradfahren, Tennisspielen oder Handball war. Im Endeffekt war ich im Fußball am talentiertesten.

Werder-Trainer Ole Werner

2 Selbst nur kurz gespielt

In der Schule lief es zunächst nicht so rund wie auf dem Fußballplatz. Werner machte seine mittlere Reife und bekam dann 2007 von Holstein Kiel einen Vertrag angeboten für die 4. Liga. "Es hat mich total gereizt, das auszuprobieren und mit meiner Leidenschaft Geld zu verdienen", erinnert sich Werner. Es war nicht die Bundesliga, aber er konnte davon leben. "Ich musste aber relativ schnell mit dem Fußball aufhören, aufgrund einer Verletzung." Dennoch zehrt Werner vom Jahr bei Trainer Peter Vollmann noch heute.

Es war eine sehr wertvolle Erfahrung für mich für meine Arbeit heute, zumindest eine Saison mal bei einer Profimannschaft in der Kabine gesessen zu haben.

Werder-Trainer Ole Werner

3 Banklehre? Das passte nicht

Was also tun, als es mit dem Traum der Profi-Karriere nicht geklappt hatte? Werner begann eine Lehre zum Bankkaufmann. Schließlich wollte er gerne Berufsschullehrer werden und dafür benötigte er eine kaufmännische Ausbildung. Das war so gar nicht sein Ding, trotzdem zog er die Ausbildung durch. Machte auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach.

Schon nach einer Woche habe ich gemerkt, dass mir das nicht liegt und nicht das Gelbe vom Ei für mich ist.

Werder-Trainer Ole Werner

4 Lieber Gärtner in Australien

Nach der Ausbildung wollte Werner eigentlich weiter studieren, reichte jedoch die Papiere nicht korrekt ein. Wie also ein Jahr Wartezeit überbrücken? Werner ließ sich auf das Abenteuer Australien ein. Neues Leben, neuer Alltag, erstmals nicht mehr fremdbestimmt.

"Die Lebensweise gefällt mir sehr, sie ist entspannter als bei uns", sagte Werner. Viel Geld hatte er nicht, also nahm er das Angebot an, als Gärtner zu arbeiten. Hatte er schon immer einen grünen Daumen? Im Gegenteil. Aber er lernte sich alles an, genoss es, sich in einem Bereich zu bewähren, von dem er zuvor keine Ahnung hatte.

Die Gärtnerei war eine super Erfahrung. Ich hatte das nie vorher ausprobiert. Es war großartig, ich habe wahnsinnig viel gelernt. Australien war eine geile Zeit, mit die beste und spannendste Zeit überhaupt.

Werder-Trainer Ole Werner

5 Fußballlehrer statt Berufsschullehrer

Zurück aus Australien begann Werner sein Wirtschaftsstudium. Nebenher arbeitete er bei Holstein Kiel als Fußballtrainer. Angefangen hatte er als Co-Trainer der U16-Mannschaft, dann betreute er vier Jahre lang die 2. Mannschaft. "Nebenbei" musste Werner in Köln noch die intensiven und zeitaufwendigen Kurse belegen für die Lizenz – gemeinsam mit Tim Borowski. 2016 hörte Werner schließlich auf mit dem Studium, die Zeit fehlte. Und statt Berufsschullehrer wurde er nun Fußballlehrer.

Ich hätte mich auch als Berufsschullehrer wohlgefühlt.

Werder-Trainer Ole Werner

Gute Laune bei Werners erstem Werder-Training

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 28. November 2021, 19:30 Uhr