So will Werder sein Standard-Problem in den Griff bekommen

Werder hat die Standard-Seuche. Schon neun Treffer haben die Bremer nach ruhendem Ball kassiert. Dazu kommen acht Kopfball-Gegentore. Das soll sich ändern.

Werders Torwart Jiri Pavlenka und Trainer Florian Kohfeldt während des Trainings von hinten.

Werder will die Lufthoheit im eigenen Strafraum zurückgewinnen. Das ist die Devise für die kommenden Spiele. Zu oft haben die Bremer zu leichte Gegentreffer kassiert. "Da kriegst du doch graue Haare da draußen", ärgerte sich Trainer Florian Kohfeldt nach dem 2:2-Ausgleich der Freiburger am vergangenen Wochenende. Der Kopfballtreffer in der Nachspielzeit durch eine Standardsituation steht beispielhaft für die Bremer Misere.

Mit ihren Stellungsfehlern bei Standardsituationen stehen sich die Bremer selbst im Weg. Führungen, die sich das Team hart erarbeitet hat, werden in Sekunden der Unachtsamkeit leichtfertig verschenkt. "Wir müssen zu viel Aufwand betreiben, um Spiele zu gewinnen", benennt Kohfeldt das generelle Problem seiner Mannschaft.

Deutliche Worte an die Mannschaft

Viermal in den letzten fünf Spielen haben die Bremer selbst zwei Treffer erzielt, zum Sieg gereicht hat es aber nie. Immer wieder waren die Grün-Weißen bei ruhenden Bällen anfällig. Das setzt sich langsam in den Köpfen der Spieler fest. "Das gefühlt ewige Thema mit den stehenden Bällen nervt langsam", macht Abwehrspieler Michael Lang deutlich. Auch in dieser Woche stand das Thema auf der Tagesordnung ganz oben. "Es wurden Dinge deutlich gemacht, die Sinne sind geschärft", erklärt Lang.

Dass es dabei in der Kabine und auf dem Trainingsplatz nicht gerade leise zugegangen sein kann, will der Abwehrspieler gar nicht bestreiten. "Es wurde speziell auf ein paar Punkte aufmerksam gemacht. Das muss nicht immer nur lieb und nett stattfinden, sondern da darf man auch kritisch sein."

Wenn man zehn Eckbälle gegen sich hat, dann ist es auch gut möglich, dass man Mal ein Tor kassiert. Das ist einfach so.

Werder Bremens Fussballspieler Michael Lang in einer Pressekonferenz
Michael Lang, Werder Bremen

Doch wie will die Mannschaft die Standardschwäche in den Griff bekommen? Wie das gesunkene Selbstvertrauen bei hohen Bällen zurückgewinnen? Für Lang muss das Team dabei an mehreren Rädchen drehen. "Wir müssen mehr Kontrolle über das Spielgeschehen bekommen, mehr Ballbesitz haben und weniger Eck- und Freistöße gegen uns zulassen. Dazu müssen wir natürlich generell besser verteidigen bei stehenden Bällen."

Klingt einfach, dürfte aber ein längerer Prozess sein. Mittlerweile kommt auch die Angst bei den Spielern dazu, erneut bei Standardsituationen zu versagen. "Wir müssen cool reagieren, wenn wir so wie gegen Leverkusen in den ersten fünf Minuten gleich drei Eckbälle fressen, dann müssen wir zu uns sagen: Okay, dann noch drei, kein Problem, wir stehen ja gut."

Michael Lang spricht in ein Mikrofon

Autor

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. November 2019, 18:06 Uhr