Werder ist heiß – aber platzt der Bentaleb-Deal doch noch?

Werder will Nabil Bentaleb sehr gerne holen, bestätigt Sportchef Baumann. Und Trainer Kohfeldt schwärmt schon jetzt – doch Schalke will eine üppige Ablösesumme.

Nabil Bentaleb gestikuliert genervt auf dem Spielfeld.
Kommt er zu Werder Bremen oder nicht? Die Ausleihe des Schalkers Nabil Bentaleb könnte noch an der hohen Ablösesumme scheitern. Bild: Imago | Norbert Schmidt

Nabil Bentaleb gilt beim FC Schalke 04 als Problem-Profi, und nun macht auch sein Wechsel zu Werder Bremen offenbar Probleme. Eigentlich schien der Deal zwischen den beiden Bundesliga-Klubs so gut wie perfekt, aber nun könnte er doch noch am Finanziellen scheitern.

Zwölf Millionen Euro Ablöse – fünf Millionen Euro Gehalt

Denn obwohl die Schalker den aussortierten, algerischen Mittelfeldspieler gerne loswerden möchten, wollen sie ihren Schaden im Budget dennoch möglichst gering halten. Bentaleb war 2016 für 19 Millionen Euro von Tottenham Hotspur nach Gelsenkirchen gewechselt – nun verlangen die "Königsblauen" von den Bremern nach Informationen der "Bild"-Zeitung eine Ablösesumme von zwölf Millionen Euro. Die wäre fällig, sollte Werder Bentaleb nach einem Jahr Ausleihe im nächsten Sommer kaufen wollen. Doch dieser Betrag wäre den klammen Hanseaten sicher eine Nummer zu groß.

Zumal auch das üppige Gehalt des Algeriers für Werder kaum zu stemmen sein dürfte: Fünf Millionen Euro verdiente Bentaleb bei den Schalkern – Bestverdiener in Bremen ist derzeit Davy Klaassen mit 3,5 Millionen Euro jährlich. Kaum vorstellbar, dass diese Summe getoppt werden wird. Werder müsste also auf ein Einlenken der Schalker bei der Finanzierung hoffen. Und inzwischen soll es nach Informationen der "Bild"-Zeitung zwei finanzstarke Klubs aus dem Ausland geben, die Bentaleb kaufen wollen, und somit Werder seinen Wunschspieler noch vor der Nase wegschnappen könnten.

"Sind mit Bentaleb in Gesprächen"

Doch Werder kämpft um Bentaleb, das bestätigten die Bremer nach der 2:3-Niederlage gegen Hoffenheim. "Er ist ein Spieler von einer Qualität, die wir sonst nicht bekommen können, sondern nur in Sondersituationen", erklärte Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt fügte hinzu: "Wir konnten ihn davon überzeugen, dass Werder Bremen ein interessanter Verein für ihn ist." Der Werder-Coach geriet fast schon ins Schwärmen, als er über jenen Profi sprach, der Schalke so viele Probleme bereitet: "Nabil ist in Teilen seiner Karriere ein absoluter Topspieler gewesen und hat auch bei Schalke eine sehr prägende Rolle gespielt. Aus verschiedenen Gründen gab es dort Probleme mit dem Spieler, deshalb sind wir in Gesprächen." Einig sei man sich aber noch nicht, das betonten Baumann und Kohfeldt unisono.

Ich kann bestätigen, dass wir uns für Nabil Bentaleb interessieren und Gespräche führen. Aber von einer bevorstehenden Einigung kann keine Rede sein. Es ist absolut noch nichts entschieden. Wenn es nicht klappt, muss man entscheiden, ob man etwas anderes macht – oder eben auf der Position gar nichts macht.

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 24. August 2019, 18:45 Uhr