Wegen Corona-Krise: Schaaf sieht "bedrohliche Situation" für Werder

Werders Technischer Direktor befürchtet große wirtschaftliche Probleme für viele Klubs. Der Profifußball müsse vor allem seinen pickepackevollen Kalender hinterfragen.

Thomas Schaaf läuft am Weser-Stadion entlang.
Thomas Schaaf glaubt, dass nur wenige Klubs die Corona-Krise ohne einen großen Schaden überstehen werden. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Thomas Schaaf prophezeit Werder Bremen und der gesamten Fußball-Bundesliga wegen der Corona-Krise düstere Zeiten. "Es mag einige wenige Vereine geben, die aus der aktuellen Situation ohne allzu großen Schaden herauskommen können. Die breite Masse aber wird größte wirtschaftliche Probleme bekommen, beziehungsweise hat sie schon", sagte der 58-Jährige dem Online-Portal Sportbuzzer. "Würden all diese Vereine auf der Strecke bleiben, gäbe es keine Bundesliga mehr", so Schaaf. Er hoffe "aus ganzem Herzen, dass Werder die Krise übersteht".

Niemand darf sich aber etwas vormachen: Das ist für uns alle bei Werder eine bedrohliche Situation. Auch, weil niemand weiß, wie lange sie noch anhalten wird. Aber das gilt nicht nur für Werder Bremen, sondern für das Gros der deutschen Profiklubs.

Thomas Schaaf im Interview mit dem "Sportbuzzer"

Wandel im Fußball durch Corona-Krise? Schaaf hat Zweifel

Thomas Schaaf hält 2004 die Meisterschale in der Hand.
Als Trainer gewann Thomas Schaaf mit Werder 2004 die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Bild: Imago | ActionPictures

Werders Double-Trainer aus dem Jahr 2004 hält es für "unabdingbar", aus dieser Krise Rückschlüsse zu ziehen. Allerdings habe er seine Zweifel, ob dies wirklich geschehen wird. Der Fußball habe sich "freiwillig immer neue Zwänge auferlegt, nur um die Wirtschaftlichkeit immer noch weiter voranzutreiben."

Der Profifußball müsse vor allem seinen pickepackevollen Kalender hinterfragen. "Wir alle haben jetzt gemerkt, wie zerbrechlich das System Profifußball ist. Und uns ist eindrucksvoll vor Augen geführt worden, dass wir keinerlei Reserven mehr haben", sagte Schaaf, der bei Werder als Technischer Direktor arbeitet. Für seinen Klub sei die aktuelle Phase "eine bedrohliche Situation".

"In den vergangenen Jahren habe ich oft gedacht: Jetzt ist der Punkt erreicht, wo wir innehalten müssen, sonst bricht alles zusammen. Und immer ist kurz darauf jemand um die Ecke gekommen und hat noch eine Schippe draufgelegt. Und noch eine, und noch eine." Wenn sich wirklich etwas ändern solle, "muss sich das System knallhart selbst reglementieren", sagte Schaaf: "Dass das enorm schwierig werden würde, liegt auch an den unterschiedlichen Strukturen der Vereine, vom e.V. über die AG bis hin zum Klub, hinter dem ein Konzern steht."

Wie will Werder Bremen die Corona-Krise durchstehen?

Video vom 26. März 2020
Eine Drohnenaufnahme des leeren Bremer Weserstadions.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 27. März 2020, 23:30 Uhr