Früher Schreckgespenst, heute Alltag: Werder muss nach Sandhausen

Video vom 23. Oktober 2021
Werder-Trainer Markus Anfang schreitet bei strömendem Regen über den Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Einst galt Sandhausen in Bremen als Verkörperung der Zweitliga-Tristesse. Nun trennen die Kontrahenten nur noch wenige Tabellenplätze. Werder-Coach Markus Anfang mahnt.

Zu Zeiten, in denen Werder noch um den Bundesliga-Klassenerhalt gekämpft hat, diente Sandhausen häufig als sportliche Drohkulisse. Frei nach dem Motto: Falls die Bremer absteigen, kommen die Gegner nicht mehr aus München oder Dortmund, sondern aus Sandhausen. Oder anders gesagt: Kein Verein verkörperte die Tristesse der 2. Liga so anschaulich wie der Klub aus der baden-württembergischen Kleinstadt. "Ich habe das auch schon häufiger mal gehört", sagte Werder-Trainer Markus Anfang in einer Pressekonferenz am Freitag.

Das klingt dann vielleicht ein Stück abwertend, aber der Verein hält sich schon seit Jahren in der 2. Liga und spielt teilweise auch eine ordentliche Rolle.

Werder-Trainer Markus Anfang in einer Pressekonferenz am Freitag

Werder und Sandhausen trennen nur wenige Tabellenplätze

Wenn die im Zweitliga-Alltag angekommenen Bremer am Sonntag in Sandhausen (13:30 Uhr) antreten, trennen die Kontrahenten somit keine Welten mehr. Leicht zugespitzt könnte man behaupten, die Klubs befinden sich eher auf Augenhöhe. Denn genau genommen liegen zwischen den beiden Teams nur noch wenige Tabellenplätze: Während sich Werder auf dem zehnten Platz wiederfindet, rangiert Sandhausen auf Relegationsplatz 16. Was im Bundesliga-Unterhaus aber kein Wunder ist, wie Anfang betont: "Der Unterschied zwischen den Mannschaften ist nicht so extrem. In der 2. Liga kann jeder gegen jeden gewinnen."

Im Gegensatz zu seinem Verein, der das erste Mal auf Sandhausen trifft, kennt Anfang den kommenden Gegner der Grün-Weißen schon recht gut. In sechs Duellen mit den Schwarz-Weißen holten seine Teams drei Siege, ein Remis und gingen zweimal als Verlierer vom Platz. Anfang weiß also, was die Bremer erwartet. "Sandhausen ist eine Mannschaft, die davon lebt, aggressiv gegen den Ball zu arbeiten", so der Werder-Trainer.

Sandhausen wartet noch auf den ersten Heimsieg

In prägender Erinnerung ist Anfang auch die Heimstätte der Sandhausener geblieben. Zwar fasst das BWT-Stadion am Hardtwald "nur" knapp 15.000 Zuschauer, doch der Werder-Trainer betont: "Das Stadion ist sehr eng und klein, es kommt aber eine gute Atmosphäre auf. Fußball zu spielen ist dort schwierig."

Aktuell drückt bei Sandhausen im eigenen Wohnzimmer jedoch noch der Schuh: Während die Schwarz-Weißen in den Vorjahren die meisten ihrer Punkte zu Hause sammelten, sind sie in der laufenden Saison noch ohne Heimsieg. Wenn es nach Anfang und Co. geht, könnte die Sieglos-Serie des einstigen Schreckgespenstes der Bremer wohl noch gerne ein wenig weitergehen.

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 22. Oktober 2021, 18:06 Uhr