Kommentar

Werder und Europa: Aus der Traum!

Ihr ambitioniertes Saisonziel sollten die Bremer mal ganz schnell zu den Akten legen, denn die Realität offenbart bittere Erkenntnisse, findet Sportblitz-Reporter Jan-Dirk Bruns.

Moderator Jan-Dirk Bruns vor dem Hintergrund des Weserstadions

Hallo – aufwachen! Ja, das geht an alle Werder-Fans, Fußballer und Funktionäre, die noch vom Europa-Pokal träumen. Nichts anderes war und ist Werders ambitioniertes Saisonziel – ein schöner Traum. Das ist ein bisschen unangenehm, wenn man da so rausgerissen wird. Aber: Die Realität heißt elf Punkte nach elf Spielen. Da hilft es nicht an Madrid oder Marseille zu denken. In Spanien oder Frankreich hat kein einziges Team 24 Gegentore, nichtmal die Tabellenletzten.

Also empfehle ich: Die eigenen Erwartungen runterzuschrauben. Sorry. Alles andere hilft bei Werder nicht. Ein extra eingestellter Standard-Trainer kann die eklatante Abwehrschwächen bei Ecken und Freistößen nicht beheben. 15 Gegentore nur über die linke Seite - das passiert keinem anderen Team in der Bundesliga, nicht einmal Paderborn. Ich kann jetzt auch über mysteriöses Verletzungspech und mangelndes Spielglück reden. Ok. Werder hatte in jedem Spiel – bis auf Leipzig vielleicht – die Chance zu gewinnen. Und mit den drei gesunden Stammspielern Füllkrug, Moisander und Augustinsson hätte Werder vielleicht mehr als nur zwei Spiele gewonnen. Vielleicht. Aber damit lebt es sich eben nur im Konjunktiv.

Im "Hier und Jetzt" hinkt Werder dem eigenen Anspruch hinterher. Der Traum von Europa hat die Mannschaft bisher nicht beflügeln können. Also wacht auf, sonst lähmt euch bald der Abstiegskampf.

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  • Jan-Dirk Bruns

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. November 2019, 18:06 Uhr